Ehrenrunden sind bei Veränderung vorprogrammiert

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier! Das Gehirn mag keine Veränderungen, bzw. braucht lange, um diese zu verinnerlichen. Alles Neue ist – zumindest aus evolutionsbiologischer Perspektive – zunächst gefährlich und löst Stress bei uns aus.

Auch wenn Veränderungen uns heutzutage nicht mehr so bedrohen, sind sie doch zunächst unangenehm. Und auch schwer sich sofort ihnen anzupassen. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass unser Gehirn sich an Veränderungen anpassen kann, schließlich lernen wir nur durch Veränderung. Aber dieser Prozess braucht seine Zeit.

Daher ist es ganz normal in alter Verhaltensmuster zurück zu fallen. Gunther Schmidt schlägt hier den Begriff der „Ehrenrunde“ vor, statt eines negativ behafteten Attributs wie „Rückfall“ oder Anderem. Damit ist gemeint, dass das alte Verhalten als gut geübt wertgeschätzt werden sollte. Denn diese Verhaltensmuster wurden über Jahre hinweg verinnerlicht und fallen sehr viel leichter als neue Ungeübte.

Von der Ehrenrunde zum neuen Muster

Um Ehrenrunden zu vermeiden, muss ein entspannter und lösungsorientierter Umgang mit den alten Verhaltensmustern bestehen. Denn dauerhafte Veränderung kann nur in einem entspannten Zustand gelingen – unter Stress neigt das Gehirn zu alten Verhaltensmustern. Wenn wir uns also auf Ehren runden freuen und die Wiederholung alter Muster als Lernchance begreifen, gelingt die Anpassung deutlich entspannter.

Außerdem können so Frustrationen vermieden werden, indem würdigend an der neuen Orientierung gearbeitet wird. Denn Ehrenrunden sind Arbeitsrunden, in denen dazu gelernt wird!

Natür braucht auch diese Veränderung Zeit. Sie werden nicht sofort altbekannte „Fehler“ als Ehrenrunden wertschätzen. Und auch dabei gilt: Erlauben Sie sich diese Ehrenrunde, vielleicht klappt es beim nächsten Mal. Wie in so vielen anderen Bereichen passt auch für mehr Selbstliebe der bekannte Ausdruck: Übung macht den Meister.

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