Mit Resilienz zur guten Sitzhaltung

    Bei Schmerzen im Rückenbereich suchen wir die Ursache häufig in unserem Umfeld. Dabei ist es nicht die zu weiche Matratze oder der unbequeme Bürostuhl, sondern in den meisten Fällen handelt es sich um eine nicht abwechslungsreiche und verspannte Sitzhaltung. Um die Arbeits- und Lebensqualität zu erhöhen sind jedoch lediglich ein paar Faktoren zu beachten.

    Warum ist die Sitzhaltung so wichtig?

    Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass gerade sitzen gut für den Rücken sei. So entsteht allerdings eine Eintönigkeit, für die unser Rücken nicht ausgelegt ist. Die Rückenmuskulatur ist ständig angespannt und durch die mangelnde Bewegung werden die Bandscheiben mit wenig Flüssigkeit versorgt.
    Allerdings haben viele Menschen die Angewohnheit sich konzentriert nach vorne zu beugen und krumm zu verharren – und das für mehrere Stunden! So beanspruchen Sie ihren Rücken über mehrere Stunden stark.
    Eine gute Sitzhaltung ist aus zwei Gründen sehr vorteilhaft:

    Werden so schmerzhaften Verspannungen und chronischen Rückenschmerzen vorgebeugt. Denn die richtige Sitzhaltung tut nicht nur Ihrer körperlichen sondern auch Ihrer mentalen Gesundheit gut. Schmerzen im Rücken können den Arbeitsalltag zu der reinsten Qual werden lassen.
    Durch eine gesunde Haltung fördern Sie eine richtige Atmung. Dadurch unterstützen Sie die Sauerstoffzufuhr Ihres Körpers und verhelfen Ihrem Gehirn zu mehr Leistungsfähigkeit.

    Abwechslung ist alles!

    Das Wichtigste für eine gesunde Sitzhaltung ist Bewegung. Im Endeffekt macht aufrechtes Sitzen zu krummem Sitzen keinen Unterschied, wenn beides starr und eintönig ist.
    Konzentration am Arbeitsplatz sollte nicht durch unflexibles auf den Bildschirm Starren ausgedrückt werden. Das ist genau so wenig effektiv wie gesund. Dabei lassen sich Haltungswechsel durch einen Schreibtischstuhl mit Synchrodynamik sehr leicht integrieren. Zusätzlich ist ein Wechsel von Sitzen und Stehen zu empfehlen – entweder durch höhenverstellbare Schreibtische oder zusätzliche Stehtische.
    Gezieltes Umhergehen fördert darüber hinaus ebenfalls Ihre Rückengesundheit. Verbinden Sie das Gehen mit einer Pause, einem Gang zum Kopierer oder in die Kaffeeküche.
    Eine empfohlene Aufteilung ist:

    60% dynamisches Sitzen
    30% Stehen
    10% Umhergehen

    Die optimale Sitzhaltung

    Für das Sitzen vor einem PC-Bildschirm gibt es einige Punkte, auf die Sie achten können:
    – Der Abstand: Der Bildschirm hat eine optimale Entfernung von einer Armlänge. Dazu sollte der Kopf sich leicht nach unten neigen, um am oberen Bildschirmrand zu lesen.
    – Die Sitzhöhe: Die Unterarme sollten rechtwinklig, locker auf der Tischplatte ruhen, während die Schultern entspannt hängen gelassen werden. Vermeiden Sie baumelnde Beine – die Füße sollten flach und ebenfalls rechtwinklig auf dem Boden stehen.
    – Maus und Tastatur: Die Maus sollte einen festen Platz auf einer Linie mit der Tastatur haben.
    – Rückenlehne nutzen: Die Lehne Ihres Stuhls stützt den Rücken. Sie sollten die Sitzfläche ganz ausnutzen und Ihren Rücken anlehnen. Denn so wird das Becken nach vorne gekippt und unterstützt die aufrechte Haltung.

    Sitzhaltung und Resilienz

    Resilienz und Rückenschmerz?

    Resilienz ist unsere innere Widerstandskraft. Was hat sie also mit Rückenschmerzen und Sitzhaltung zu tun? Durch Resilienztraining lernen wir, flexibel im Umgang mit schwierigen Situationen zu sein. Eben diese Flexibilität ist es, die bei der Prävention von Schmerzen hilft.
    Der Rücken-Experte Martin Marianowicz zeigt auf, dass sich chronische Rückenschmerzen eher selten an der Wirbelsäule ablesen lassen. Erfahrungsgemäß spielen mentale Aspekte und das alltägliche Verhalten eine einschlägige Rolle. Resilienz hilft, die Einstellung zum Schmerz zu überdenken und sich neue Bewegungsmuster und Gewohnheiten zu schaffen. Selbstwirksames Handeln führt zu einem rückenfreundlichen Lebensstil und mehr Wohlbefinden am Arbeitsplatz.

    Bildquelle: https://www.blitzrechner.de/ergonomie