Lösungsorientierung

    Sie ist eine der Grundhaltungen für die sieben Säulen der Resilienz. Dabei geht es darum Stress abzubauen, indem sich nicht länger auf ein Problem fokussiert wird. Primäres Ziel bei der Lösungsorientierung ist es nicht, das Problem zu beseitigen – sondern eher sich selbst von dem Problem zu lösen, um so die Wahrnehmung zu erweitern.

    Ursprünglich stammt der Ansatz der Lösungsorientierung von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg. Sie führen in ihrer Argumentation an, dass man das Problem nicht kennen oder analysieren muss, um es zu lösen.

    Hierfür nennt Shazer eine Veranschaulichung: Er vergleicht die Lösungsorientierung mit einem Dietrich. Um ein Schloss zu öffnen, ist es weder erforderlich zu wissen wie das Schloss von innen aussieht, noch wie der Schlüssel geformt ist. Ein Dietrich kann es trotzdem öffnen.

    Was Shazer damit aufzeigen möchte ist, dass es nicht immer die einzig wahre Lösung gibt. Ein Zusammenspiel aus Akzeptanz dieses Fakts und einem defokussierten Blick ist das Fundament für die Lösungsorientierung.

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    Vielleicht kennen Sie das Sprichwort mit dem Wald vor lauter Bäumen. Hier verhält es sich ähnlich. Der Weg zum Ziel ist kompliziert und voller Probleme. Doch mit der richtigen Lösungsorientierung gelingt oft ein erstaunlicher Durchbruch.

    Die 5 Grundprinzipien für Lösungsorientierung

    1. Trennung von Problem und Lösung: Wie im Beispiel erklärt ist es nicht unbedingt sinnvoll das Problem zu analysieren. Es ist ratsamer, sich eine Vorstellung vom Wunschzustand zu machen und die dafür notwendigen Ressourcen herauszufinden.

    2. Das Prinzip der Konstruktivität: Dahinter steckt die Annahme, dass schon durch die Vorstellung einer positiven Zukunft sich die Wahrnehmung auf das Jetzt und damit auf den Problemzustand ebenfalls positiv auswirkt.

    3. Das Prinzip der Zirkulation: Wenn wir ein Problem lösen, verändert sich unsere Umwelt mit. Sie beurteilt die Veränderung und reagiert darauf. Das sollte beim Lösen mitbedacht werden.

    4. Das Prinzip der Ressourcenorientierung: Mit einer lösungsorientierten Haltung fokussiert man sich stark auf die Ressourcen, die für eine Lösung gebraucht werden. Das können unter anderem die eignen Fähigkeiten, Erfahrungen oder Beziehungen sein.

    5. Das Prinzip der Veränderung: Auch schon kleine Veränderungen können zu großen Veränderungen führen. Darum ist es sinnvoll in kleinen, einfacher umsetzbaren Schritten zu denken, statt direkt eine 180 Grad Wende anzustreben.

    Ziele SMART setzen!

    Bei der Lösungsorientierung geht es also darum, wie man seine Wahrnehmung auf das Problem erweitert und achtsam zu einem Ziel gelangt. Eine wichtige Eigenschaft von den so gefundenen Lösungen sollte sein, dass sie wohlgeformt formuliert werden. In der Projektarbeit nennt man das SMART.

    S (spezifisch): Das Ziel ist positiv und deutlich formuliert.
    M (messbar): Das Ziel ist überschaubar, es lässt sich erfassen.
    A (akzeptiert): Die Umwelt akzeptiert das Ziel.
    R (realistisch): Das Ziel ist realistisch und durch eigenes Tun erreichbar.
    T (terminiert): Das Ziel hat einen festen (ebenfalls realistischen) Zeitrahmen.

    Die wohlgeformte Zielarbeit hilft, Probleme neu und positiver zu betrachten. Diese Grundhaltung führt dazu, dass wir Stress reduzieren und flexibler auf Herausforderungen eingehen.