Kennen Sie das Gefühl viele zu sein? „Da war ich nicht ich selbst“, „Da stand ich neben mir oder war nicht bei mir“, „Da habe ich mich viel kleiner und schwächer gefühlt“ und „Ich bin gerade weder Fisch noch Fleisch“ sind Hinweise darauf, dass wir doch mehr sind, als wir denken.

Auch wenn Ihr Gehirn es in guter Weise vermag, Sie glauben zu lassen, dass Sie nur eine/r sind, so sind wir doch alle Viele. Diese unbewussten Prozesse laufen in der Regel unwillkürlich ab, sprich, wir können sie nicht direkt steuern. Besonders gut zu beobachten ist das im Kontakt mit unseren Eltern. „Na, mein Kleiner…“ und zack fühlen wir uns wieder als Kind, ob wir erwachsen sind oder nicht, spielt keine Rolle. Wenn Sie das auch kennen, dann könnte es eine Idee sein, sich ab und zu in „komischen“ oder „stressigen“ Situationen zu fragen, „als wer bin ich hier gerade?“ oder „welcher Teil meiner Persönlichkeit agiert hier?“.

Ein wenig steuern können wir unsere Seiten schon. Das könnte wie folgt klingen – ich nehme hier einmal mich als Beispiel:
Ich schreibe diesen Beitrag als Experte für Resilienz und Burn-out.

Als Trainer, wenn ich Ihnen Tipps gebe und als Coach, wenn ich von meinen Klienten berichte.

Ich schreibe diesen Beitrag nicht als Kind meiner Mutter, nicht als ehemaliger Leistungssportler und auch nicht als private Version meiner selbst.
Achten Sie mal drauf, welch merkwürdiges Gefühl von Inkongruenz sich bei den Nicht-Versionen zeigt. Spüren Sie das auch? Wenn Sie in Ihren Aussagen kongruent sein wollen, dann können Sie die Formulierung „Ich als …“ und „Du als …“ nutzen. Wenn Sie das ausprobieren wollen, dann merkt man den größten Unterschied vom Beruflichen zum Privaten. Wenn Sie also Ihrem Partner auf dem Sofa leise zuflüstern „Ich als Führungskraft möchte Dich bitten, uns etwas zu essen zu machen…“, dann könnte das eine interessante Reaktion provozieren. Viel Spaß beim Experiment!

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