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    Was ist Resilienz und was ist es nicht?

    Resilienz ist ein Begriff, hinter dem sich ein Megatrend der Zukunft verbirgt. Er wird in der Welt, in vielen Unternehmen und auch für jeden einzelnen Menschen immer wichtiger. Wie auch immer man Resilienz definiert – ob als Eigenschaft, die man hat oder nicht, als erlernbare Fähigkeit oder etwas, was sich sogar auf Ebene der Genaktivierung ausbilden kann – Resilienz ist zentral für den Umgang mit einer Umwelt, die immer mehr VUCA wird. Im Folgenden biete ich ein paar Sichtweisen an, was hinter dem Begriff steht, was Resilienz bedeutet und womit Menschen Resilienz verwechseln oder auch noch beschreiben.

    Begriffserklärungen

    Obwohl Resilienz in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt, gibt es viele Menschen, die den Begriff nur schwer einordnen können. Besonders verwechseln sie dabei die Begriffe Resilienz und Resistenz in ihrer Bedeutung miteinander. Daher zunächst hier die Begriffserklärung.

    Resilienz

    In der Physik beschreibt der Begriff die Beschaffenheit eines Materials, das sich auch nach äußeren Einwirkungen wieder in die ursprüngliche Form begibt. Es ist also ein sehr flexibler Stoff.

    Dieser mechanische Ansatz wurde von der Psychologie auf den Menschen übertragen. Denn es gibt Menschen, die auch nach Krisen wieder in ihre ursprüngliche Form kommen, also diese unbeschadet überstehen. Die Resilienz Definition von Sebastian Mauritz übernimmt diesen Ansatz und ergänzt ihn mit systemischen und psychologischen Aspekten. Die Definition finden Sie hier (Resilienz Definition Sebastian Mauritz).

    Wie kommt es nun, dass der Begriff nicht für jeden eindeutig ist? Es gibt viele verschiedene Definitionen, von denen keine den Anspruch hat, die einzig Wahre zu sein. Im Kern geht es bei allen Definitionen um einen flexiblen Umgang mit Stress, eine Widerstandsfähigkeit gegen Stress und auch die Fähigkeit, Störungen zu absorbieren und mögliche Krisen bestmöglich zu überleben.

    Resistenz

    Den Begriff der Resistenz verwechseln Menschen besonders häufig mit Resilienz. Und das liegt nicht nur an einem relativ ähnlichen Klang des Wortes. Resistenz findet seinen Bedeutungsursprung in der Biologie, und beschreibt die Widerstandskraft von Organismen gegen schädigende Einflüsse wie beispielsweise Gift.

    Auch Resilienz kann als Widerstandskraft beschrieben werden. Der große Unterschied dabei ist allerdings, dass Resistenz eine feststehende Eigenschaft eines Systems ist, die dieses entweder hat oder nicht. Dagegen können Sie Resilienz erlernen, trainieren, entwicklen und weiter fördern.

    Hierbei helfen Ihnen beispielsweise die Ausbildung zum Resilienz-Trainer und in der Organisation zur Erinnerung an Resilienz dann der Resilienz-Lotse ® (SMA). Resilienz ist auch eine Bewältigungskompetenz, um mit Stress besser umzugehen und Krisen zu überstehen. Resistenz dagegen ist unflexibel und verhindert angepasste Reaktionen eher, statt sie zu fördern.

    Womit verwechseln Menschen Resilienz?

    Resilienz ist ein breites Feld, das viele andere Bereiche umfasst oder mit einbezieht. So kommt es zu Verwechselungen mit den überschneidenden Bereichen. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wo diese Überschneidungen liegen und was das Besondere an der Resilienz ist.

    Stressmanagement

    Der Begriff Stressmanagement umfasst die Methoden und Bewältigungsstrategien, um mit psychischer Belastung umzugehen. Die Ziele vom Stressmanagement sind beispielsweise eine gute Work-Life-Balance oder Erleben von Flow. Diese Ziele sollen durch das stärken individueller Ressourcen erreicht werden, sodass der Mensch zu einer höheren Stressbewältigungskompetenz kommt.

    Der Fokus bei Stressmanagement  auf Stress, in der Resilienz ein Risikofaktor, der zu Vulnerabilität führt. Vulnerabilität meint die Summe an personalen und umweltbezogenen Risikofaktoren, bzw. Stressoren.

    Auch die Resilienz hat einen besseren Umgang mit Stress zum Ziel. Allerdings bedeutet sie auch die Kraft, Stress erst gar nicht entstehen zu lassen. Hiermit fokussiert Resilienz statt auf Risikofaktoren auf die Schutzfaktoren. Sie wirkt damit wie ein flexibler Schutzschild gegen Stress.

    Achtsamkeitstraining

    Achtsamkeit ist eine wichtige Fähigkeit, die dazu führt, das Leben intensiver zu erleben. Das Achtsamkeitstraining hat dabei noch einen positiven Effekt: Das Leben wird dadurch auch schöner. Basis der Achtsamkeit ist die Wahrnehmung. Wenn wir unsere Wahrnehmung schulen, nehmen wir auch mehr positive Aspekte im Leben wahr, was beispielsweise gegen Depressionen helfen kann.

    Achtsamkeitstraining vereint zwei der sieben Säulen der Resilienz miteinander: Die Akzeptanz und die Selbstwahrnehmung. Stress reduziert sich so durch eine Defokussierung, also eine breitere Wahrnehmung. Eine starke Achtsamkeit trägt dazu bei, den inneren Schutzschild gegen Stress zu stärken, ist dabei jedoch nur eine Komponente des Ganzen. Beispielsweise führt eine ausgeprägte Achtsamkeit ohne Lösungsorientierung oder gesunden Optimismus dazu, dass sich wenig an der aktuellen, belastenden Situation ändert.

    Passend an dieser Stelle ist ein Zitat von Viktor Frankl, der vom Raum zwischen Reiz und Reaktion spricht. In der Resilienz geht es darum, den Raum nicht nur zu bemerken, sondern auch zu vergrößern und die Wahlmöglichkeiten in der Reaktion zu erhöhen. So steigern Menschen auch gleich die eigene Selbstwirksamkeit.

    Burnout-Prävention

    Burn-out-Prävention wird gerne als Werbewort für Stressbewältigung verwendet. Denn alles, was Stress abbaut, beugt auch den drastischen Folgen von Stress vor. Der Begriff an sich ist dabei allerdings problemorientiert und stärkt die Angst vor Stress. Das verhindert einen wertschätzenden Umgang mit den körpereigenen Reaktionen. Kurz gesagt: Es betont eher den Kampf gegen sich selbst als das eigene Wohlbefinden zu schützen.

    Resilienz kann auch als eine Art der Burn-out-Prävention verstanden werden, da durch einen guten Umgang mit psychischen Belastungen die eigene Vulnerabilität verringert wird. Dabei fokussiert Resilienz aber eher die Summer aller Schutzfaktoren. Es ist wichtig auf Risikofaktoren zu schauen und sich bewusst zu machen, welche Folgen Stress haben kann. Eine einseitige Betrachtung ist jedoch bei weitem nicht ausreichend.

    Gesundheitskompetenzen-Training

    Als Gesundheitskompetenz versteht man die Fähigkeit, sein Leben möglichst gesund zu gestalten. Ein Training fördert dabei das Verständnis von Gesundheit und dessen Relevanz, aber auch die Motivation gesundheitsfördernde Maßnahmen anzuwenden und ins Leben zu integrieren. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf Ernährung, Sport und psychischer Belastung.

    Man kann Resilienz als Teil der Gesundheitskompetenz verstehen. Denn sie ist die Fähigkeit die eigene mentale Gesundheit in und außerhalb von Krisen zu schützen. Andersherum ließe sich die Gesundheitskompetenz auch als Teil der Resilienz verstehen, da die dort geförderten Kompetenzen, wie beispielsweise gesunder Schlaf, ebenfalls die innere Widerstandskraft stärken. Die beiden Konzepte grenzen sich also nicht klar voneinander ab.

    Empathie-Training

    Empathie ist ein wichtiger Bestandteil unseres sozialen Lebens. Denn der Mensch braucht andere Menschen für seine psychische Gesundheit. Die trainierbare kognitive Empathie beschreibt hierbei die Fähigkeit, dass man sehen kann, was der andere fühlt . Im Empathie-Training lernt man, Emotionen anderer wahrzunehmen, einzuordnen und passend zu reagieren. Beispielsweise lernen Sie mit Mimikresonanz©, wie Sie die Emotionen ihres Gegenüber besser erkennen können und damit in gute, beziehungsfördernde Resonanz gehen.

    Empathie ist für die Resilienz Säule Bindung elementar. Das bedeutet, dass Beziehungen zu anderen Menschen unseren inneren Schutzschild stärken. Wenn wir diese Bindungen durch eine gute kognitive Empathie stärken, wirkt sich das positiv auf die Gesundheit aus. Auch im beruflichen Kontext ist eine empathische Kommunikation Grundbaustein für den Schutzfaktor soziale Unterstützung, Lösungsorientierung und führt zu einem gelingenden Miteinander.

    Yoga, Qi Gong und andere Techniken

    Yoga und andere asiatische Methoden verknüpfen Bewegung und Entspannung miteinander. Egal ob man sich nun für Tai-Chi, Qi Gong oder Yoga entscheidet, im Vordergrund stehen die Atmung und die Konzentration auf den eigenen Körper. Es fördert Achtsamkeit, den Stressabbau und macht dazu noch gelenkiger.

    Entspannung ist ein wichtiger Faktor für die eigene Resilienz. Diesen mit Bewegung und einer Philosophie zu verknüpfen macht für die einen mehr und für die anderen weniger Sinn. Es handelt sich um eine Strategie, Stress abzubauen, und weniger um eine erlernte Kompetenz.

    Meditation

    Meditation ist nicht eine feststehende Methode, sondern ein Bündel von verschiedenen Methoden, Wegen, Schulen und ist so alt wie die Menschheit. Besonders im religiösen Kontext hat Meditation eine sehr alte Tradition. Das Ziel der jeweils angewendeten Meditation ist den Geist freizumachen oder sich nur auf einen Aspekt zu fokussieren. Meditation steigert die Entspannung und auch die Konzentration.

    Ebenso wie beim Yoga spielt Atmung auch eine wichtige Rolle. Die Methode stärkt die Achtsamkeit und baut Stress ab. Meditation ist eine Technik, die eigene Resilienz zu stärken. Eine einfache Übung ist die One-Minute-Meditation. Dazu erfordert es keine jahrelange Übung, sondern eine Minute, um sich nur auf sich selbst zu konzentrieren. Diese Methode senkt akuten Stress und fördert die Resilienz.

    Eine hoch effektive Form der Achtsamkeitsmeditation bietet die Methode The Wholeness Work von Connirae Andreas. Der neu gegründete Verband European Association for The Wholeness Work bietet in ganz Europa dazu Kurse an: www.thewholeness.work

    Gewaltfreie Kommunikation

    Das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation wurde von M. Rosenberg entwickelt. Es bedeutet, die Kommunikation zwischen Menschen wertschätzend und einfühlsam zu gestalten. Der Begriff „gewaltfrei“ zeigt einerseits auf, welche Effekte Kommunikation haben kann, allerdings produziert er damit ein problemorientiertes Bild.

    Resiliente Kommunikation beschreibt eine eher flexibles und ressourcenorientiertes Sichtweise. Wer resilient, flexibel und elastisch kommuniziert, der kann die eigenen Zwickmühlen kommunizieren, genau so wie einen guten Kontakt zum Gegenüber herstellen. Basis dafür sind Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion als Säulen der Resilienz.