Restriktionen und der resiliente Umgang mit Hürden

    Im Leben läuft nicht immer alles nach Wunsch. Leider. Denn manchmal gibt es Hürden, die wir einfach nicht überwinden können. Und genau solche Situationen sind Restriktionen. Das liegt nicht immer an uns – auch äußere Umstände beeinflussen unsere Möglichkeiten.

    Es gibt Situationen, die sich nicht von uns oder sogar überhaupt nicht ändern lassen. Zumindest zu dem jetzigen Zeitpunkt fehlen die Ressourcen dafür. Eine Zwickmühle kann auch so eine Situation sein, da wir meist aus eigener Kraft nicht daraus finden. Wer vor solchen Restriktionen steht baut schnell Frust auf, versucht davor zu flüchten oder gibt sich beinahe apathisch seinem Schicksal hin.

    Das sind die vom Hirn gelernten Umgangsstrategien mit Stress. Fight, Flight or Freeze. Doch diese Strategien verhindern, dass wir unsere gegebenen Ressourcen nutzen. Wir lösen damit keinen Stress. Es gibt allerdings auch einen Weg resilient mit den Restriktionen umzugehen. Das hypnosystemische Restriktionsmodell von Dr. Gunther Schmidt zeigt einen Weg auf, wie wir besser und stressfreier mit unüberwindbaren Hürden umgehen können.

    Das Restriktionsmodell

    Das Modell gehört zu den lösungsorientierten Ansätzen, stärkt also eine der sieben Säulen der Resilienz. Es ist eine Methode, die von Betroffenen wie von Beratenden und Coaches eingesetzt werden kann. Daher wird häufig und effektiv im Resilienz Training angewendet.

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    Oftmals stecken wir uns Ziele, die Ausdruck von einer großen Sehnsucht sind. Das kann die Partnerwahl sein oder auch der perfekte Urlaub. Doch das Leben hat mit unseren Plänen allgemein wenig gemeinsam. So kommt es zu Restriktionen.

    Das Sehnsuchtsziel liegt hinter dieser momentan nicht überwindbaren Hürde. Durch die Lösungsorientierung wird nun zu einer zweitbesten Lösung gefunden. Und die Hauptthese des Restriktionsmodells ist: Ein wertschätzender Umgang mit dem Lösungsversuch UND dem Sehnsuchtsziel hilft dabei, resilient mit der Restriktion umzugehen.

    Hier spielen Würdigung und Akzeptanz also eine zentrale Rolle. Denn, so schwer uns das auch manchmal fällt einzusehen; Es gibt Dinge, die wir nicht verändern können. Die Akzeptanz dieser Tatsache lässt uns entspannter mit solchen unveränderbaren Situationen umgehen. So stärken wir unsere Resilienz und lernen auch für andere Wege offen zu sein. Kurz um, wir werden auch mit der zweitbesten Lösung glücklich.

    Die Würdigung des (noch) nicht zu Erreichenden und dem Lösungsversuch löst aktiv Stress.

    Wie gehe ich nun mit Restriktionen um?

    Unsere Hürden sind immer subjektiv, weil sie von den momentanen eigenen Ressourcen abhängen. Daher die Frage: Wie gehe ich mit meinen eigenen Hindernissen um? Hier hilft es, sich folgende Fragen zu stellen:

    1. Was kann ich verändern?
    2. Was kann ich NOCH nicht verändern?
    (Was fehlt mir? Wie gelange ich an die Ressourcen, die mir fehlen?)
    3. Was kann ich gar nicht verändern?

    Bei der letzten Frage hilft es, Ihr Wunschziel zu würdigen. „Ich will dieses Ziel erreichen und das liegt nicht in meiner Macht!“ Also ist der nächste Schritt zu schauen: Was liegt denn in meiner Macht?

    Wir scheitern nicht an einer Restriktion. Denn das öffnet den Weg zu einem neuen Ziel. Eine zweitbeste Lösung muss nicht Ihr Sehnsuchtsziel ersetzen. Sie können und sollten Ihr eigentliches Ziel stets wertschätzen. Doch für jedes Sehnsuchtsziel gibt es auch Alternativen. Und ich verspreche: Mit denen werden Sie auch leben können 😉

    Restriktionen und Ehrenrunden

    Der Weg zu einem alternativen Ziel ist lang. Und da unser Gehirn ein Gewohnheitstier ist, verfallen wir manchmal in unsere gut geübten Muster zurück. Schmidt bezeichnet dies als „Ehrenrunde“.
    Doch der Prozess ist sehr wichtig um Ihre Resilienz zu stärken. Wenn Sie nach diesem Modell mit Ihren eigenen Hindernissen umgehen, erfahren Sie viel eher Erfolgserlebnisse als Frust. Sie überwinden diese festen Mauern, indem Sie sich flexibel einen anderen Weg suchen. Und so hilft Ihnen dieser Prozess zu einem entspannten und glücklichen Leben.