Resilienz bei Kindern stärken

    Emotionale Bindung als einer der drei Schlüsselfaktoren für Resilienz bei Kindern.

    Resilienz ist die innere Widerstandskraft des Menschen. Diese Fähigkeit lässt sich ein Leben lang stärken und trainieren. Allerdings sie kann auch schon als Kind erworben werden. Im Folgenden geht es darum, was die Widerstandskraft im Kindesalter bedeutet und wie wir Resilienz bei Kindern stärken können.

    Resilienzforschung bei Kindern

    Die Anfänge der Resilienzforschung finden ihren Ursprung in einer Studie über Resilienz bei Kindern. Eine Langzeitstudie von der amerikanischen Entwicklungspsychologin Emmy Werner prägte die Forschung zur Resilienz.

    Auf der hawaiianischen Insel Kauai beobachtete und begleitete die Forscherin die Entwicklung von knapp 700 Kinder, und das 32 Jahre lang. Darunter stammten 200 Kinder aus schwierigen Verhältnissen. Das bedeutet sie waren konfrontiert mit zerrütteten Familienverhältnissen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, kranken Eltern oder sehr geringem Wohlstand.

    Bei vielen Kindern beeinflussen diese Faktoren eine gesunde Entwicklung. Auch sie haben es schwer in Beziehungen, verfallen dem Alkohol oder leben in Armut. Dennoch zeigte sich in Werners Studie, dass 72 der Kindern, trotz den widrigen Aufwuchs Bedingungen, sich positiv entwickelten. Daraus entwickelte Emmy Werner Schlüsselfaktoren, die die Resilienz bei Kindern stärkten.

    Schlüsselfaktoren für resiliente Kinder

    1. Emotionale Bindung: Die Kinder hatten mindestens eine feste Bezugsperson. Diese stärkt Vertrauen und Selbstwirksamkeit des Kindes. Außerdem lernen Kinder Selbstständigkeit, aber auch die Fähigkeit um Hilfe zu bitten.
    2. Intelligenz und Temperament: Die resilienten Kinder wiesen eine durchschnittliche Intelligenz und ein positives Temperament auf. Erstens sorgte das für eine gewisse Robustheit, und zweitens auch für mehr Zuwendung von der Bezugsperson.
    3. Gesellschaftliche Unterstützung: Das bedeutet, den Kindern wurden haltgebende Werte beigebracht und ihre Leistungen wurden anerkannt. Wertschätzung von außen fördert die innere Haltung.

    Diese Faktoren stärken die Resilienz von Kindern. Sie entwickeln durch eine feste emotionale Bindung auch außerhalb der Familie ein gesundes Selbstwertgefühl und werden leistungsmotiviert. Des Weiteren können sie meist eine realistische Zukunftsperspektive entwickeln. Das bedeutet, sie gehen auch flexibler mit Veränderungen um und trotzen schwierigen Lebensumständen.

    Was macht resiliente Kinder aus?

    Die Resilienz bei Kindern kann durch gutes und gesundes Lernen gefördert werden.

    Der Leiter des Zentrums für Kinder und Jugendforschung an der evangelischen Hochschule Freiburg, Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff, stellte heraus, dass resiliente Kinder bestimmte Fähigkeiten besitzen.
    Resiliente Kinder können:

    • ihre eigenen Gefühle und die von anderen erkennen und einordnen.
    • die eigenen Gefühle kontrollieren, regulieren oder dafür um Rat bitten.
    • eigene Stärken und Kompetenzen erkennen.
    • Hilfe holen und scheuen sich nicht vor Kontakt.
    • Strategien zur Problemlösung entwickeln und auf ähnliche Situationen übertragen.

    Diese benannten Fähigkeiten von resilienten Kindern sind nicht immer gleich ausgeprägt. Resilienz ist eine variable Größe, die in einem Bereich stärker in einem anderen schwächer sein kann.

    Wie können wir Resilienz bei Kindern stärken?

    Die Resilienz von Kindern und Erwachsenen unterscheidet sich nicht. Wer als Kind resiliente Eigenschaften entwickelt, dann genau diese sich im späteren Leben zu Nutze machen. Allerdings entwickeln Kinder ihre innere Widerstandskraft zum Großteil im Zusammenspiel Erwachsenen.

    Sie brauchen eine feste Bezugsperson, die Wertschätzung und Verständnis entgegenbringt. Doch auch der Kontakt mit Gleichaltrigen und Beziehung zu Erziehenden stärken die Resilienz.

    Damit Kinder ihre eigene Widerstandskraft aufbauen, brauchen sie Wärme und Zutrauen, sowie Interesse und Kontrolle. Wenn dem Kind wichtige Werte und der Glaube an die eigene Selbstwirksamkeit vermittelt wird, kann es sich im späteren Leben selbst behaupten und lernt einen flexiblen Umgang mit schweren Lebenssituationen.