Psychologische Stressreaktionen

    Oft bezeichnen wir Stress als etwas, was wir haben oder was uns von anderen gemacht wird. Dabei ist es die Reaktion auf äußere Reize, sogenannte Stressoren. Diese Reaktionen zeigen sich sowohl physisch, als auch psychisch. Die biologischen Stressreaktionen zeigen sich vor allem durch die Ausschüttung von Stresshormonen (wie z.B. Kortisol) und durch Anspannung. Die psychologischen Stressreaktionen dagegen zeigen sich auf unterschiedliche und individuelle Art.

    Die drei Ebenen der Stressreaktionen

    Die psychologischen Stressreaktionen, oder vereinfacht gesagt seelischer Stress, zeigen sich auf drei verschiedenen Ebenen. Diese sind unterteilt in Kognitionen, Emotionen und Verhalten. Hierbei geht es um langanhaltenden Stress oder chronische Stressoren.

    Kognitionen

    Die Ebene der Kognitionen spiegelt dabei den eher rationalen Teil der Stressreaktionen wieder. Wir stufen naturgemäß alles Unbekannte zunächst als gefährlich ein. Somit bewerten wir Stressoren, für die wir noch keine Bewältigung kennen, ebenfalls als gefährlich und reagieren mit Ärger oder Angst (Fight-or-Flight). Kognitive Reaktionen auf Stress sind beispielsweise Sorgen oder die Verringerung des Selbstwerts.

    Vom Problem zur Lösung kann mitunter sehr befreiend wirken.

    Wenn wir jedoch eine Stresssituation erfolgreich bewältigen, stärken wir so unsere Selbstwirksamkeit und auch das Selbstwertgefühl. Diese Erfahrung stärkt auch für kommende Herausforderungen. Hierfür ist die Lösungsorientierung als wichtiger Teil der Resilienz hilfreich, um Problemen entgegenzutreten.

    Emotionen

    Wie bereits angedeutet gehören Emotionen wie Angst und Ärger zu den typischen emotionalen Stressreaktionen. Doch nicht nur spezifisch diese Emotionen sind damit gemeint. Weitere Folgen können Gereiztheit und Übellaunigkeit sein. Beispielsweise zählen Depressivität und Burn-out ebenfalls zu den emotional psychischen Stressfolgen. Als weitere Folge dieser Stressreaktion können auch Unruhe, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen sein.

    Psychisch und physisch sind hier nicht klar voneinander getrennt. Denn Innen hat auch eine Wirkung auf Außen. Eine effektive Methode um körperliche und geistige Folgen von Stress zu verhindern, ist daher die Emotionsregulation.

    Verhalten

    Psychische Stressreaktionen zeigen sich auch deutlich im Verhalten von Menschen. Je mehr Belastung empfunden wird, desto eher steigen Fehltage im Beruf und die Leistungsmotivation sinkt. Zudem kommt Unachtsamkeit, was vermehrt zu Fehlern oder gar Unfällen führen kann. Außerdem kann sich das Verhalten indirekt auch auf die Gesundheit auswirken. Rauchen oder ungesundes Ess- und Trinkverhalten können ebenfalls eine psychische Stressreaktion sein.

    Zudem kann auch das Beziehungsgeflecht durch Stress beeinflusst werden. Vernachlässigen von Beziehungen, Lustlosigkeit gegenüber des Partners und soziale Abschottung sind häufige Folgen. Dabei ist Bindung eine wichtige Säule der Resilienz und kann auch zur Verminderung von Stress beitragen.

    Hat Stress auch positive Seiten?

    Die oben genannten Aspekte beziehen sich auf negative Folgen. Das liegt daran, dass ein zu hohes, oder auch zu niedriges Maß an Stress und das über einen langen Zeitraum hinweg negative Folgen hat. Stress ist allerdings auch gut und sinnvoll.

    Der “positive” Stress wird als Eustress bezeichnet. Dieser wirkt aktivierend und fördert die Konzentration. Denn die Stresshormone Noradrenalin und Adrenalin sorgen dafür, dass der Körper besser durchblutet wird. Diesen Zustand kann der Körper allerdings nur eine gewisse Zeit aufrechterhalten, sodass nach langer Stressreaktion beispielsweise das Konzentrieren schwer fällt.

    Stress und Resilienz

    Die Fähigkeit, flexibel mit Stress umzugehen, nennt sich Resilienz. Es ist die innere Widerstandskraft bei Belastungen. Mithilfe von Resilienz können Dauerbelastungen und daraus resultierende Folgen auf kognitiver, emotionaler und Verhaltens-Ebene verhindert werden.

    Ein umfangreiches Resilienztraining vereinigt Methoden zur Lösungsorientierung oder Emotionsregulation beispielsweise und unterstützt beim Reduzieren von Belastung. So können Sie bereits vorhandene Stressreaktionen verändern und für zukünftige Krisen lernen.