Kreativität – Ich bin, also schöpfe ich

    Es gibt viele Dinge, die den Menschen auszeichnen. Und eine grundlegende Fähigkeit davon ist die Kreativität. Menschen besitzen die schöpferische Kraft, Neues zu entwerfen, flexibel zu sein und ihre Situation zu gestalten. Was steckt also hinter dieser in allen Lebensbereichen nützlichen Fähigkeit?

    Was ist Kreativität?

    Jeder Mensch ist kreativ.

    Mit Kreativität im Beruf verbinden wir vor allem die bildenden und darstellenden Künste. Noch dazu behaupten viele von sich, sie seien nicht kreativ. Doch das ist nicht wahr, jeder Mensch besitzt die Fähigkeit zum kreativen Denken. Dazu gehört beispielsweise Improvisation und Innovation. Jeder von uns hat die Anlage dazu, kreativ zu sein, zu denken und zu handeln.

    Kreativität entsteht in unserem Großhirn. Durch die Evolution hat sich in unserem Gehirn eine kluge Arbeitsteilung entwickelt. Das Stamm- und das Kleinhirn sind für unsere physischen Funktionen zuständig. Dazu haben wir das limbische System, dessen Aufgabe die Psyche ist. Und das Großhirn hat während dessen die Aufgabe für höhere Denkprozesse. Hier entstehen einerseits abstrakte Denkprozesse, wie auch bildliches Denken.

    Dort kommt also die Kreativität her. Wie einfach wir darauf Zugriff haben merken Sie, wenn Sie sich in einer langweiligen Situation befinden und Ihre Gedanken auf Reisen gehen. Was für grandiose Einfälle man haben kann, wenn man eigentlich an etwas anderes denken sollte! Doch wie schwer wir unsere Kreativität kontrollieren können merken Sie, wenn Sie dringen eine Lösung für ein Problem brauchen. Es fällt uns schwer, auf Knopfdruck kreativ zu sein. Doch es gibt Möglichkeiten die eigene Kreativität und die der Mitarbeitenden mittels Kreativitätstechniken zu steigern.

    Wozu ist Kreativität gut?

    Es ist schön zu wissen, dass jeder Mensch Kreativität besitzt. Doch wozu haben wir diese Fähigkeit und was bringt sie und konkret im Berufsalltag? Die Entwicklung der Wirtschaft zeigt, dass Arbeitsaufgaben, die zum Großteil aus Routinearbeiten bestehen, immer weiter abgebaut werden. Daraus entstehen allerdings neue Aufgaben. Wir müssen immer weiter Probleme lösen und neue Dienstleistungen und Produkte erfinden. Unsere Kreativität ist also gefragt.

    Kreativität und proaktive Resilienz

    Resilienz ist die innere Widerstandskraft in Krisensituationen. Bei der proaktiven Resilienz geht es darum, schon aus zukünftigen Krisen zu lernen, um so die eigene Resilienz zu stärken. Für das Lernen aus dem Zukünftigen braucht es vor Allem Kreativität. Denn wie sollen wir aus etwas lernen, das noch nicht passiert ist? – Indem wir es uns vorstellen!

    Wir handeln und denken oft in Routinen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und so kann er das gut, was er sehr oft übt. Sogar die Berufe, die wir im Allgemeinen als kreativ erachten arbeiten hauptsächlich in Routinen. Wenn wir nun allerdings eine neue Aufgabe erhalten oder unbekannte Schwierigkeiten auftreten, kann das zum Problem werden. Die proaktive Resilienz kommt nicht erst dann zum Tragen, wenn das Problem oder die Krise da ist, sondern verhilft schon im Vorhinein zu einem kreativen Umgang mit Problemen und Krisen.

    Kreativität ist die Kernfähigkeit für das Lernen für die Zukunft. Dieses Lernen bedeutet sich, aus den eigenen und den Problemen ähnlicher Systeme, Bewältigungsstrategien anzueignen. So bleiben auch bei Krisen Handlungsmöglichkeiten und Zugänge zu den eigenen Ressourcen. Dadurch bleiben kreative Lösungsmöglichkeiten offen.

    Kreative Lösungen

    Albert Einstein – Ein sprudelnder Quell an Lösungsorientierung

    Eine große Aufgabe der Kreativität im Berufsalltag ist es, beim Lösen von Problemen zu helfen. Kreatives Denken soll uns zeigen, wie Lösungen oder Lösungswege aussehen könnten. Zu einer Lösung kann man auf zwei Arten gelangen:

    1. Die bestehenden Methoden und Routinen funktionieren, um das Problem zu lösen.
    2. Die bestehenden Methoden funktionieren nicht, und es muss ein neuer Lösungsweg gefunden werden.

    Dabei wird nicht immer unabhängig von bereits etablierten Routinen gearbeitet. Auch die fest verankerten Routinen können und sollten kreativ hinterfragt und verändert werden.

    Albert Einstein sagte: „Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.”

    Was bedeutet das also für das Lösen von Problemen?

    Lösungen zweiter Ordnung

    Der größte Feind der Kreativität ist Stress. Unter Druck schaffen wir es kaum, kreativ zu sein und neue Lösungswege zu finden. Bei Stress sind wir höchstens dazu in der Lage, bisherige Lösungen oder Produkte weiterzuentwickeln. Für kreative Lösungen im Sinne proaktiver Resilienz bedarf es Lösungen zweiter Ordnung.

    Betrachten wir die Krise als Lösung erster Ordnung. Wir haben ein Problem, können dieses mit den zur Verfügung stehenden Denkweisen jedoch nicht beseitigen. Wir regieren mit einer Krise.
    Daher werden Lösungen zweiter Ordnung auf die Lösungen erster Ordnung angewandt. Dabei zeichnet diese Lösungen aus, dass sie kreativ sind. Das bedeutet, während die Lösungen erster Ordnung sich meist auf den gesunden Menschenverstand‘ beziehen, wirken Lösungen zweiter Ordnung zunächst absurd und unerwartet.

    Denn das Problem, das vorher nicht gelöst werden konnte, wird durch die Kreativität in einen neuen Rahmen gesetzt. Doch wie verlässt man am besten seine alte Denkweise? Dazu helfen die Kreativitätstechniken.

    Lösungsorientierung

    Eine wichtige Säule der Resilienz ist die Lösungsorientierung. Bei dieser Fähigkeit geht es darum, die Kreativität zu nutzen, um einen möglichst breiten Handlungsspielraum beizubehalten. Unter Stress fokussieren wir uns gerne nur auf das Problem. Dabei lassen wir dann alternative Möglichkeiten oder Sichtweisen auf das Problem außer Acht. Die Lösungsorientierung zu trainieren stärkt die Resilienz und hilft, Lösungen zweiter Ordnung zu erkennen.

    Ein großer Teil der Lösungsorientierung ist, wie Ziele formuliert werden. Probleme entstehen dadurch, dass Ziele nicht erreicht werden. Wenn Sie nun wohlgeformte Ziele setzten, wird es Ihnen auch einfacher fallen, eine Lösung dafür zu finden.

    Ebenso gehört zu der Lösungsorientierung die Akzeptanz einer zweitbesten Lösung. Manchmal ist es, in den bestimmten Umständen, nicht möglich, das Sehnsuchtsziel zu erreichen. Die zweitbeste Lösung hingegen schon. Mit Hilfe von Kreativität finden Sie Wege, auch andere, akzeptable Lösungen zu finden und diese zu erreichen.

    Buchtipp: Die Da-Vinci-Formel

    Die Da-Vinci-Formel

    Leonardo da Vinci war Künstler, Erfinder und Visionär. Seine Innovationsfähigkeit begeistert noch nach 500 Jahren und inspiriert Menschen weltweit. Doch was steckt hinter dem Genie? Denn nicht etwa pures Talent machte da Vinci aus, das verfolgen von bestimmten Prinzipien stärkte die Innovationskraft. Und diese Erfolgsgesetze für innovatives Denken können auch Sie lernen, mit Hilfe der Da-Vinci-Formel.

    In seinem Buch beschreibt Jens Möller die sieben Lebens- und Arbeitsprinzipien, mit denen wir wie da Vinci innovativ agieren und denken können. Neben interessanten Geschichten und Denkanstößen findet sich zu jedem Kapitel auch ein „Coachin-Kompass“, der die praktische Umsetzung in den Alltag erleichtert. So können auch Sie wie da Vinci arbeiten und Ihr Leben kreativ und innovativ gestalten.

    Jens Möller ist als Berater und Innovationsexperte für große Konzerne wie SAP und die deutsche Bank und auch kleinere Unternehmen tätig. Zudem beschäftigt der Autor sich seit vielen Jahren mit dem Universalgenie aus der Renaissance und hält als Mitglied der Leonardo da Vinci Society London diverse Vorträge.

    Kreativer Umgang mit Problemen

    Bisher war die ganze Zeit die Rede von Problemen und deren Lösung. Doch was genau ist eigentlich ein Problem? Wann wird etwas zum Problem, und wann zur Krise? Und wie können wir mit Kreativität einen resilienten Umgang mit Problemen pflegen?

    Problem und Aufgabe?

    Das Problem ist in der Umgangssprache eher negativ besetzt. Probleme bedeuten Ärger, Umstände und Anstrengung. Doch diese einseitige Sichtweise ist unberechtigt. Denn Probleme regen zum Denken an und sorgen für Weiterentwicklung. Probleme sind eine große Antriebskraft für Kreativität.

    Da „Problem“ negative Assoziationen erweckt, verwenden Führungskräfte gerne den Ausdruck „Aufgabe“ stattdessen. Dabei unterscheiden sich Aufgabe und Problem deutlich voneinander. Eine Aufgabe lässt sich mit den bekannten Mustern lösen. Haben wir jedoch kein passendes Muster für die Aufgabe handelt es sich um ein Problem. So lässt sich sagen, wenn drei verschiedene Bewältigungsstrategien auf eine Aufgabe angewendet wurden und keine gelingt, ist es ein Problem.

    Und dieses Problem ergibt sich aus der Differenz zwischen einem „Ist“ und einem „Soll“-Zustand.

    Außerdem spielt das Problembewusstsein eine wichtige Rolle. Eine Problemsituation kann klar definiert werden, das Bewusstsein dessen ist jedoch äußerst individuell. Um sich einem Problem wirklich annehmen zu können, muss also Klarheit bei allen Beteiligten über das Problem herrschen.

    Vom Problem zur Krise

    Der kreative Umgang mit Problemen bedeutet, sich nicht nur auf eine Lösung zu fokussieren, sondern in einen Lösungsmodus zu kommen. Dadurch werden die eigenen Muster und Denkprozesse bewusst und können hinterfragt werden. Kreativität als Kernfaktor für proaktive Resilienz heißt, durch die Begegnung mit gedachten Problemen stärker für künftige, echte Probleme zu sein.

    Was passiert nun, wenn wir keine Lösung auf das Problem finden? Es gibt verschieden Arten von Krisen, wie beispielsweise eine Entwicklungskrise oder die Bankenkrise. Allerdings können Probleme auch zu Krisen führen. Wir empfinden in einer Krise Überforderung, da die eigenen Ressourcen und Erfahrungen nicht ausreichen, um wichtige Ziele zu erreichen.

    Ein Problem wird dann zur Krise, wenn es ein Ungleichgewicht zwischen der empfundenen Belastung eines Problems und den momentan verfügbaren Bewältigungsstrategien gibt. Dabei ist die Krise quasi die Antwort des Systems auf ein Problem. Es handelt sich um eine Lösung erster Ordnung.

    Kreativer Umgang mit Krisen ist daher ebenfalls wichtig. Im Zuge der proaktiven Resilienz werden fiktive Krisen durchlebt, damit im real Fall diese „Als-ob“ Strategien greifen können. Bei der Entwicklung der imaginierten Krisensituation bedarf es Kreativität und Vorstellungskraft, sowie Lösungsorientierung.

    Kreativität im Unternehmen

    Gemeinsam kreativ im Unternehmen und Team an Lösungen zu arbeiten, beflügelt alle im Team.

    In Unternehmen, die in der jetzigen Gesellschaft bestand haben wollen, rückt der Begriff Innovation immer weiter in den Vordergrund. Kernfaktor hierfür ist die Kreativität. Sowohl von den gestaltenden Kräften als auch von der Organisation an sich. Ein kreatives Unternehmen schafft es, Innovationen zu schaffen, die neuen Probleme des Marktes zu lösen und gleichzeitig Stabilität in der Organisationsstruktur zu wahren.

    Wichtiger Aspekt organisationaler Resilienz

    Resilienz und proaktive Resilienz sind Fähigkeiten, die einzelne Individuen stärken können, die aber auch für ganze Unternehmen gelten. Wie schaffe ich es, meine Organisation stark gegen Stress und gesund zu halten?

    Bei der organisationalen Resilienz geht es um das Schaffen eines Betriebsklimas, in dem Mitarbeitende und Teams in ihrem Wirken unterstützt werden. Die Selbstwirksamkeit wird durch die Führungsebene gestärkt, was Kreativität fördert. Zentral hierfür ist das Festlegen eines gemeinsamen Ziels, einer Vision. So können auch Probleme erst dann kreativ gelöst werden, wenn sie als solches klar erkannt und benannt sind.

    Um die organisationale Resilienz zu stärken gibt es mehrere Möglichkeiten. Für Teams bietet sich ein Resilienz-Training an, da hier besonders auf Kommunikation und resilienter Umgang mit sich und anderen der Fokus liegt. Auch ein Resilienz-Lotse trägt im Unternehmen dazu bei, dass innere Stärke des Unternehmens stets präsent bleibt und praktiziert wird.

    Kreativität als Haltung in VUCA-Welten

    Unsere Welt hat sich verändert. Da wo zuvor Sicherheit, Stabilität und Einfachheit herrschte, ist nun VUCA präsent. Das Akronym steht für Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity. Also Verletzbarkeit, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. In solchen Zeiten müssen sich Unternehmen behaupten und stets im Wandel leben, um auf dem Markt mitzuhalten. Wer stagniert, verliert. Doch Veränderung bedeutet Unsicherheit und das bedeutet Stress.

    Es fällt schwer gleichzeitig Veränderung und Stabilität anzustreben. Hierbei hilft es, Kreativität als Grundhaltung zu sehen. Kreativer Umgang mit Veränderungen und Problemen sorgt für neue Lösungen. Zudem können alte Strukturen kreativ verändert und angepasst werden, um Umbruchszeiten stressfreier zu gestalten.

    Zudem hilft Kreativität beim Stärken einer proaktiven, organisationalen Resilienz, da Unternehmen möglichst weit in die Zukunft schauen müssen. Aus dieser imaginierten Zukunft kann die Organisation lernen und Krisen schon frühzeitig zu umschiffen oder zu meistern.

    Wie steigere ich Kreativität?

    Wie bereits beschrieben, besitzt jeder Mensch Kreativität. Doch diese auch gezielt einzusetzen, um ein Problem zu lösen ist gar nicht so einfach. Daher gibt es verschiedene Kreativitätstechniken, die dabei helfen, die eigene und die Kreativität der Mitarbeitenden zu steigern und zu fördern.

    Was braucht man für Kreativität?

    Obwohl wir alle kreativ sind, gibt es bestimmte Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz, die Kreativität fördern. Ein wichtiger Faktor hier ist die Organisationskultur. Zwei Hauptaspekte spielen dabei eine besondere Rolle.

    Zum einen ist es eine ausgeprägte Fehlertoleranz. Werden Fehler akzeptiert und daraus gelernt? Beispielsweise führte Toyota ein Produktionssystem ein, bei dem es jedem Mitarbeiter gestattet ist die Produktion zu stoppen, sollte ein Fehler am Fließband erkannt werden. Probleme werden so direkt behoben und die Selbstwirksamkeit der Mitarbeitenden steigt.

    Zum anderen ist ausreichend Zeit ein wichtiger Faktor. Unter Stress neigt unsere Wahrnehmung dazu, sich zu verengen und der Fokus richtet sich dann meist auf das Problem. So fällt es schwer kreativ nach Lösungen zu suchen. Ausreichend Zeit schafft Raum für kreative Lösungsfindung. So haben zum Beispiel die Mitarbeitenden der Entwicklungsabteilung bei 3M einen Tag in der Woche, den sie ganz ihren Problemen widmen können.

    Buchtipp: Kreativität: Wie unser Denken die Welt immer wieder neu erschafft.

    Kreatives Denken

    Wir Menschen wollen von je her Neues erschaffen. Wir entwickeln uns mit jeder kreativen Idee weiter. Doch wie funktioniert das überhaupt? Was macht uns so besonders und warum hat noch kein anderes Lebewesen Dinge wie den Staubsauger erfunden?

    Der Neurowissenschaftler David Eagleman und der Komponist Anthony Brandt nehmen Sie mit auf der Entdeckungsreise, wie die kreative Software unseres Gehirns funktioniert. Dabei stellen sie sich nicht nur die Frage, wie wir zur Kreativität im Stande sind, sondern wohin sie uns noch führen mag. Dabei reichen die Überlegungen von Wirtschaft und Raumfahrt, bis hin zu Kunst und Sport. Denn wir meistern Herausforderungen der Zukunft nur dann, wenn wir verstehen wie wir sie bisher meistern konnten.

    Die Autoren erklären den kreativen Prozess besonders geprägt durch drei Komponenten: Biegen, Brechen und Verbinden. Sie zeigen auf, dass unser Denken die Welt immer wieder neu erschafft.

    Kreativität im Team

    Ob man allein oder im Team kreativer ist, geht vom Organisationsklima aus. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, zeigt sich allerdings, dass wir im Team oft kreativer arbeiten. Das liegt daran, dass uns neuer Input eher zu neuem Output anregt. Im Team bringt jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen, Kenntnisse und Ideen mit, die sich dann im Austausch mit anderen weiterentwickeln. So können wir im Team neue Wege denken und das gemeinsame Potential zur Kreativität steigern.

    Der Pädagoge und Autor Olaf-Axel Burow beschreibt die Kreativität im Team als „kreatives Feld“, das nur unter besonderen Umständen eine schöpferische Kraft entfaltet. Für kreatives gemeinsames Arbeiten gilt:

    • Das Ausüben einer komplexen Tätigkeit
    • Einen unterstützenden Führungsstil
    • Anregung durch Arbeitskollegen
    • Motivierende Herausforderung durch kreative Konkurrenz

    In einem Team kommen unterschiedliche Persönlichkeiten zusammen, die sich gerade auch durch ihre verschiedenen Perspektiven auszeichnen. Bei aller Verschiedenheit ist es daher umso wichtiger das gemeinsame Ziel und die geteilte Vision stets vor sich zu haben.

    Kreativitätstechniken

    Um die Mitarbeiterkreativität und damit auch die proaktive Resilienz zu steigern, gibt es verschiedene Kreativitätstechniken. Dabei lassen sich die Techniken nicht eindeutig zu bestimmten Kategorien zuordnen, grob werden sie allerdings in fünf Klassen eingeteilt:

    • Probiertechniken
    • Fragetechniken
    • Assoziationstechniken
    • Systemtechniken
    • Widerspruchsmethodik

    Welche Technik wozu?

    Im Folgenden werden die einzelnen Kategorien kurz vorgestellt und die geläufigsten Techniken erklärt. Diese Techniken lassen sich ohne großen Aufwand und Vorbereitung umsetzen. Die 20 bis 30 bekanntesten Kreativitätstechniken lassen sich allerdings nicht im Nebenbei anwenden. Dies liegt an dem Unterschied von ungelenkter und gelenkter Kreativität.

    Probiertechniken:

    Es lohnt sich Probiertechniken anzuwenden, wenn systemisches Handeln nichts bringen würde. Sie dienen dazu, unbekannte oder unerschlossene Untersuchungsgegenstände spielerisch zu erforschen. Kreativität entspringt hier dem Prinzip: Mal schauen was draus wird!

    Die wohl bekannteste und häufigste Probiertechnik im Leben vieler ist Versuch und Irrtum (Trial and Error). Das System dahinter ist denkbar einfach. Sie denken sich dazu einen beliebigen Lösungsversuch für Ihr klar definiertes Problem aus und beschreiben ihn anhand von Merkmalen. Dann prüfen Sie. Ist das die Lösung Ihres Problems? Ja: Sehr gut. Nein: Ändern Sie ein oder mehrere Merkmale und prüfen erneut. Der Vorteil hierbei ist, Sie können ihrer optimalen Lösung Schritt für Schritt näherkommen.

    Fragetechniken:

    Bei den Fragetechniken geht es darum viel Wissen für viele Menschen zugänglich zu machen, um neue Lösungsansätze hervorzubringen. Das Hinterfragen hilft, den Ideenschatz zu erweitern und auch fremdes Wissen mit einzubeziehen.

    Zu den meist genutzten Fragetechniken gehört das Mindmapping (Mind Map: Gedankenkarte). Diese kreative Arbeitstechnik entwickelte Tony Buzan. Es handelt sich um eine strukturierte Darstellungsmethode, bei der die linke und die rechte Hirnhälfte gleichermaßen arbeiten. Denn hier verknüpft sich sprachlich-logisches Denken mit intuitiv-bildlichen Denken. Oft entstehen dabei kreative und spontane Lösungsansätze.

    Assoziationstechniken:

    Assoziationstechniken helfen dabei den Fokus bei der Lösungssuche zu erweitern. Damit vergrößert sich der Kreis möglicher Lösungen und mehrere Wege können in Betracht gezogen werden. Zudem helfen diese Techniken dabei, ein Problem zu verfremden und schaffen neue Impulse.

    Zu den bekanntesten Assoziationstechniken gehört das Brainstorming. Dieser Begriff sagt wahrscheinlich jedem etwas, doch was steckt dahinter? Das Brainstorming als Kreativitätstechnik ist eine Gruppenarbeit, bei der intuitiv und ungestört die Gedanken zu einem Lösungsansatz gesammelt werden. Ziel ist es, dadurch eine „Ideenlawine“ loszutreten, bei der zunächst die Rationalität irrelevant ist. Hierbei geht es eher darum, sich einen breiten Fokus auf Problemlösungen zu schaffen und spontane Ideen zu würdigen.

    Systemtechniken:

    Damit sind Systematiken gemeint, die zerlegen und kombinieren. Daher eignen sich diese Techniken besonders bei komplexen Problemen, bei denen die einzelnen Komponenten bereits bekannt sind. Dadurch können Systemelemente neu kombiniert und die Innovationskraft gestärkt werden. Auch Teillösungen entstehen so.

    Eine Systemtechnik ist der Entscheidungsbaum. Dabei werden einzelne Komponenten einer Fragestellung je nach Wichtigkeit hierarchisiert und entschlüsselt. Das dient dazu, Alternativen in der Lösungsfindung zu schaffen und strukturiert über ein Problem nachzudenken. In dieser Technik hangeln Sie sich von Stamm zu Zweig zu Blatt und schaffen sich somit einen kompletten Überblick über die Möglichkeiten.

    Widerspruchsmethodik:

    Die Widerspruchmethodik braucht genügend Ressourcen, wie Zeit und Intellekt. Hierbei geht es darum, Widersprüche aufzulösen. Außerdem dient diese Methode dazu, Lösungen mit erfinderischer Qualität zu fördern.

    Die Widerspruchsorientierte Innovationsstrategie (WOIS) ist eine Kreativitätstechnik, die ihren Fokus besonders auf das Formulieren der Aufgabe legt. Die Grundannahme hierbei ist, dass jedes Problem zunächst falsch formuliert ist. Und durch eine präzisere Ausarbeitung wird die Kreativität stärker gefördert, als durch die Lösungsversuche. Ein weiterer Vorteil dieser Technik ist es, dass Innovationen durch das Miteinbeziehen von Trends und Zukunftsvisionen ermöglicht werden.

    Buchtipp: Denkwerkzeuge der Kreativität und Innovation. Das kleine Handbuch der Innovationsmethoden.

    Ein kleines Werkzeug voller Unterstützer

    Innovation und Kreativität stecken in jedem. Wie können Sie es also schaffen, Kreativität in Ihr Unternehmen miteinfließen zu lassen? Dieses

    Handbuch bietet praktische Werkzeuge und Strukturen, um Ideen zu entwickeln. Dabei greift der Autor Florian Rustler auf wissenschaftliche Forschungen zu Innovation, wie auf 10 Jahre Beratungs- und Moderationserfahrung zurück.

    Die beschriebenen Denkwerkzeuge sind alle in realen Projekten erprobt und anschaulich beschrieben. Zudem werden die Methoden in Zusammenhang mit großen Innovationsprozessen, wie Design Thinking und Creative Problem Solving gebracht. Der Autor erklärt genau, wann sich welche Vorgehensweise lohnt, sodass das Handbuch für interessiere ‚Anfänger‘, wie Kreativ-Profis eine Bereicherung ist.

    Kreativität im betrieblichen Alltag etablieren

    Kreativität im Unternehmen ist immer dann gefragt, wenn Neues gestaltet werden soll und Lösungen gefunden werden müssen. Diese Fähigkeit dient dazu, Dinge zu erschaffen, neue Denkweisen zu erreichen und auch die Gesundheit, wie im Falle der proaktiven Resilienz, zu stärken. Umso wichtiger wird die Fähigkeit auch im beruflichen Alltag.

    Nicht nur die Abteilungen, mit denen wir zwangsläufig Kreativität verbinden, wie etwa Entwicklungs- und Marketingabteilungen, profitieren von einer starken Kreativität. Auch die alltäglichen Abläufe in der Organisationsstruktur, wenn diese Optimierungsbedarf haben, können durch die Gestaltungskraft verbessert werden. Und diese Aufgabe betrifft jeden einzelnen Mitarbeitenden.

    Daher ist es wichtig die Mitarbeiterkreativität zu stärken, um Fehler zu vermeiden, Abläufe zu verbessern und Qualität zu steigern. Ganz zu schweigen von der Motivation, denn jeder kreative Kopf ist gefragt, was Zusammenarbeit und Selbstwirksamkeit erfordert und fördert.

    Wie schafft man es nun, die Kreativität im Unternehmen dauerhaft zu steigern? Ein guter Ansatz sind die vorgeschlagenen Kreativitätstechniken. Sie schulen Neues zu denken und in Dialog miteinander zu treten. Außerdem kann ein Resilienz-Lotse dabei unterstützen, die Kreativität zusammen mit der Resilienz weiter zu erinnern.