Glaubenssätze geben Halt und stärken Resilienz

    Glaubenssätze sind ein großer Teil unseres Lebens. Denn es sind die Lebensregeln, die wir als wahr und meist auch als allgemeingültig ansehen. Ein Glaubenssatz entsteht aus den persönlichen Erfahrungen, die sich durch Wiederholungen zu Regeln entwickeln. Das können zum Beispiel auch die Interpretationen von Verhaltensmustern oder Verallgemeinerungen sein.
    Sie sind uns auch deswegen so wichtig, da sie dem Leben Stabilität und Ordnung verleihen. Wir benutzen sie als Erklärungsansätze für uns unverständliche Phänomene. Die meisten unserer Glaubenssätze sind also sinnvoll und gut für uns. Es gibt allerdings auch welche, die uns negativ beeinflussen oder gar blockieren können.

    Arten von Glaubenssätzen

    Grob kann man sie in zwei Arten aufteilen. In Regeln und in Annahmen:
    – Regeln bilden sich durch Ursache – Wirkung (wenn…dann…/ weil…) oder komplexen Äquivalenzen (X bedeutet Y)
    – Annahmen bilden sich durch Verallgemeinerungen aufgrund von Erfahrungen (Es ist halt so, dass…/ Man kann,darf,soll, muss (nicht)…)

    Diese Regeln und Annahmen müssen dabei nicht zwangsläufig für sich allein stehen, sie können sich auch gegenseitig stützen. Daraus entwickelt sich ein Glaubenssystem. Gerade innerhalb eines solchen Systems ist es schwer, einen Glaubenssatz zu verändern. Darüber hinaus bietet der Psychotherapeut Paul Watzlawick eine Unterscheidung in Glaubenssätze erster Ordnung (was alle so sehen) und zweiter Ordnung (was nicht alle so sehen) an.

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    Glaubenssätze schränken das eigene Handeln oftmals massiv ein. Glücklicherweise können wir mit Glaubenssätzen arbeiten und diese verändern oder neutralisieren.

    Glaubenssätze und Wahrnehmung

    Unsere Wahrnehmung ist immer subjektiv! Dementsprechend beeinflussen unsere Glaubenssätze das, was wir wahrnehmen. Wir nehmen sehr stark das wahr, was wir auch als wahr erachten – man kann also auch von einer „Wahrgebung“ sprechen. Die Glaubenssätze müssen dabei nicht logisch sein, denn sie beruhen auf den ebenso subjektiven Erfahrungen.

    Und gerade weil sie so einen starken Einfluss auf unsere Wahrnehmung haben, können sie sich ebenso auf die Selbstwahrnehmung auswirken. Vermehrt negative Glaubenssätze können uns negativ beeinflussen und regelrecht runterziehen. z.B.: „Mit dieser Ausbildung kann man nichts Anständiges werden.“

    Wie kann ich Glaubenssätze verändern?

    In Glaubenssystemen ist es schwierig einen der Glaubenssätze zu verändern. An sich kann man sie, wenn man sie erst einmal aufgespürt hat, mit einer einfachen Technik lösen: Dem Kurbeln.
    Beim Kurbeln geht es darum, sich mit den inneren und äußeren Zwängen zu befassen und diese durch Akzeptanz zu verändern. Das Kurbeln ist eine wirksame Technik im Resilienz Training und stärkt verschiedene Säulen der Resilienz, darunter Selbstreflexion, Selbstwirksamkeit und Akzeptanz.
    Ein typischer Glaubenssatz ist zum Beispiel: „Ich muss immer pünktlich sein“. Zeitdruck ist ein Auslöser von Stress, besonders wenn wir uns selbst einen Zwang auflegen. Den Glaubenssatz kann man nun kurbeln.

    Zeichnen Sie mit der rechten Hand kleine Kreise unter Ihrem linken Schlüsselbein und sagen „Auch wenn ich immer pünktlich sein muss, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin. Und auch wenn ich mal nicht pünktlich bin, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin“.

    Glaubenssätze sind wichtig für uns, weil sie Stabilität und Erklärbarkeit in unserem Leben herstellen. Positive Glaubenssätze (z.B. „Mit einem Lächeln sieht alles halb so schlimm aus“) haben auch positive Auswirkungen auf unser Fühlen, Handeln und Denken. Gerade weil der Einfluss auf die Wahrnehmung so groß ist, ist es wichtig hemmende Glaubenssätze aufzuspüren und zu lockern. So stärken Sie ihre Resilienz und können flexibel durch das Leben gehen.