Frustrationstoleranz steigern für mehr Resilienz

    Es läuft mal wieder nicht so wie geplant oder erhofft – Die Folge: Frust. Dieses Erlebnis hatte sicher jeder von uns schon einmal. Doch Menschen gehen unterschiedlich mit solchen Widerständen im Leben um. Entscheidend ist hier die Frustrationstoleranz. Eine hohe Frustrationstoleranz bedeutet, dass Hindernisse auch über einen langen Zeitraum hinweg angegangen werden. Menschen mit dieser Eigenschaft geben nicht schnell auf, und sehen in Ehrenrunden die Chance zu lernen. Menschen mit einer niedrigeren Toleranz dagegen neigen dazu schnell wütend, deprimiert oder resigniert zu reagieren. Sie werfen schnell die Flinte ins Korn.

    Frustrationstoleranz-Resilienz

    Es gibt Tage, an denen uns wenig bis nichts gelingt. Das kann und wird immer frustrierend für uns sein. Daher lohnt es sich die eigene Frustrationstoleranz zu steigern und zu trainieren.

    So haben es Menschen mit einer geringeren Frustrationstoleranz oft schwerer, da sie sich schnell entmutigen lassen und so auf Dauer auch die Motivation verlieren, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Doch Schwelle, wie gut wir mit unserem Frust umgehen können ist nicht festgesetzt. Wir können diese Toleranz nämlich trainieren.

    Warum ist Frustrationstoleranz so wichtig?

    Im Leben wird es immer Situationen geben, die einen in die Knie zwingen. Wichtig ist nur, dass wir wieder aufstehen und weitermachen, ohne bleibende Schäden. Und dafür ist die Resilienz wichtig. Sie ist die Steh-auf-Kompetenz des Menschen. Und die Frustrationstoleranz spielt hierbei eine wichtige Rolle. Sie ist darüber entscheidend, ob wir schnell hinfallen und langsam aufstehen oder lange standhaft bleiben und uns schnell wieder aufraffen können.

    Die Kompetenz hilft im Leben mit Krisensituationen umzugehen und auch nach einem Sturz nicht aufzugeben, sondern sogar gestärkt daraus hervor zu gehen. Zudem ist eine geringe Frustrationstoleranz ein Erfolgs- und Karrierekiller. Sie verbaut viele Chancen und somit auch die Aussicht auf ein erfülltes und zufriedeneres Leben.

    Zudem ist diese Fähigkeit sehr wichtig für die Säule der Resilienz: Lösungsorientierung. Das bedeutet, der Blick ist stets auf das Ziel gerichtet, statt sich auf das Hindernis zu fokussieren. Wenn wir Frust besser tolerieren, können wir uns auf Kommendes konzentrieren und bleiben auch länger in der Lösungsfokussierung.

    Wie trainiere ich Frustrationstoleranz?

    Diese grundlegende Fähigkeit erlernen wir schon in der Kindheit erlernt – entweder am Vorbild der Eltern oder durch selbst erlebte Situationen der Hilflosigkeit. Es ist schon früh erkennbar, wer eine hohe und wer eine niedrigere Frustrationstoleranz besitzt. Doch diese Grenze lässt sich bis zu einem gewissen Grad verschieben.

    Der Umgang mit Rückschlägen, oder besser gesagt Ehrenrunden, ist ein elementarer Bestandteil im Resilienz-Training. Denn zum Resilienzprozess gehört es neue Verhaltensmuster zu verinnerlichen. Der Mensch ist aber ein Gewohnheitstier und fällt gerne in seine alten Muster zurück. Das heißt, dass ein guter Umgang mit dem aufkommenden Frust die Resilienz stärkt.

    Unsere Tipps für mehr Frustrationstoleranz

    Gerne geben wir Ihnen noch ein paar unser besten Tipps mit an die Hand, mit denen sie ihre Frustrationstoleranz trainieren und effektiv steigern können.

    Akzeptieren Sie Frustration und die dazugehörigen Emotionen

    Eine der elementarsten Techniken der Resilienz ist die Akzeptanz. Meist geraten wir an unsere Frustgrenzen, wenn wir zu hohe oder unrealistische Erwartungen hegen. Das heißt nicht, dass Sie um Frust zu vermeiden, jetzt gar keine Erwartungen mehr haben dürfen. Als erster Schritt reicht es schon, sich die eigenen Erwartungen aktiv bewusst zu machen. Der nächste, oft schwerere Schritt ist es, den Frust zu akzeptieren.

    Vor sich selbst hilft es, sich die eigenen Grenzen einzugestehen und die sehr menschlichen Reaktionen darauf wertzuschätzen. Das Leben ist kein Wunschkonzert und diese Tatsache zu akzeptieren, verringert den Druck, den Sie sich selbst machen.

    Blicken Sie nach vorne

    Frust schaut stets nach hinten und sucht einen Schuldigen. Oft ist schreibt man sich diesen Titel selbst zu und gibt damit Nährstoff für Selbstzweifel. Wenn wir uns jedoch einen gesunden Optimismus bewahren, können wir auch in Hindernissen Gelegenheiten zum Wachsen sehen. Durch einen anderen, defokussierten Blickwinkel erkennen Sie Handlungsspielräume und stärken Ihre Selbstwirksamkeit.

    Achten Sie auf Ihre Wortwahl

    Eine „Mega-Pleite“, „katastrophale Zahlen“, „furchtbare Ergebnisse“ und „Mammut-Aufgaben“? Tendieren Sie dazu gerne in solchen Dimensionen oder in Kriegsmetaphern zu sprechen? Kein Wunder, wenn Sie sich ohnmächtig und überfordert fühlen. Denn Worte haben eine enorme Wirkung auf uns. Oft ist ein Katastrophen-Sprecher auch ein Katastrophen-Denker. Also hilft es, auf Ihre Sprache zu achten und diese eventuell abzumildern.

    Trainieren Sie Beharrlichkeit

    Eine niedrige Frustrationstoleranz ist oft der Anfang einer Spirale aus Anfangen – Aufgeben – Scheitern. Und dann steht man vor einem Haufen angefangener Projekte und alles was man sieht ist das Versagen. Ein Killer jeglichen Selbstvertrauens und der Selbstwirksamkeit. Daher, auch wenn es etwas selbsterklärend klingt: Trainieren Sie Beharrlichkeit, denn so gewinnen Sie enorm an Frustrationstoleranz. Dazu gehört auch, sich unangenehmen Situationen auszusetzen und sich durchzubeißen. Doch am Ende werden Sie stolz auf sich sein und kommende Herausforderungen viel leichter und entspannter sehen.

    Also ganz nach dem Motto: „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitermachen!“