Ehrenrunden als Teil von Veränderungen

    Das menschliche Gehirn liebt Routinen. Daher braucht es auch so lange, neue Muster zu verinnerlichen. Das hat mit unserer Biologie zu tun – Alles Neue kann potentielle Gefahren bergen und löst so Stress aus. Wir benutzen eher Strategien, die wir gewöhnt sind – und drehen Ehrenrunden.

    Was sind Ehrenrunden?

    Natürlich bedrohen uns nicht alle Veränderungen, trotzdem sind sie für uns zunächst unangenehm. Umso natürlicher, dass wir uns ihnen nicht direkt anpassen. Unser Gehirn hat die Fähigkeit sich strukturell zu verändern und der neuen Situation anzupassen. Dieses Phänomen nennt sich Neuroplastizität. Das bedeutet, neue Verbindungen werden geschaffen und verstärkt durch das Wiederholen von bestimmten Denkmustern.

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    Wenn wir uns verändern wollen und uns verändern, werden wir in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Das sollten wir akzeptieren, denn diese Ehrenrunden werden weniger.

    Zu Beginn einer Veränderung wurden die neuen Denkmuster aber noch nicht oft wiederholt. Das Hirn nutzt somit viel eher die Muster, die es gewöhnt ist. Und das ist eine Ehrenrunde.

    Ehrenrunden sind vorprogrammiert

    Der Begriff wurde von Gunther Schmidt vorgeschlagen, um negativ belastete Bezeichnungen wie „Rückfall“ zu ersetzen. Denn gerade wenn wir in alte Verhaltensmuster rutschen, neigen wir dazu unser Verhalten sehr negativ zu bewerten. So bewirken wir einen geringeren Selbstwert. Und ein „Rückfall“ bestätigt uns nur das persönliche Versagen.

    Dabei sind Ehrenrunden bei Veränderungen völlig normal. Wir trainieren über Jahre hinweg ein bestimmtes Verhalten. Wie können wir unserem System da sauer sein, gut Geübtes eher zu beherzigen als Neues und Ungewohntes? Das Gehirn handelt hierbei hochkompetent!

    Von Ehrenrunden zu neuen Mustern

    Wenn Wiederholen von Altem also normal ist, wie verändere ich überhaupt etwas? Wichtig ist ein entspannter Umgang mit sich selbst. Denn unter Stress neigen wir schnell zu alten Mustern. Eine große Hilfe hierbei ist das Resilienz Training. So üben wir Wertschätzung und Lösungsorientierung. Resiliente Menschen können flexibler auf Stress eingehen und lassen sich auch bei Veränderungen nicht so leicht aus der Bahn werfen.

    Es ist wichtig die Ehrenrunde als Teil der Veränderung anzusehen und sie als gut Geübt wertzuschätzen. Sein Sie achtsam mit sich selbst.
    Sie können Ehrenrunden am besten umgehen, indem Sie sie zulassen. Denn: Ehrenrunden sind Arbeitsrunden. Sie lernen dazu und lernen auch, andere Muster die Ihnen gut tun, öfter anzuwenden.