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    Defokussierung ist ein zentrales Prinzip der Resilienz. Es ist ein Wahrnehmungsfilter, der dabei hilft, die eigenen Ressourcen auch unter Stress wahrzunehmen und so besser auf Stress zu reagieren.

    Was bedeutet Defokussierung?

    Es ist das Gegenteil von Fokussierung. Wenn wir uns stark auf eine Aufgabe konzentrieren, ist es vorteilhaft, sich darauf zu fokussieren. Schließlich lenken wir so unsere Aufmerksamkeit. Doch Fokussierung hat auch Nachteile.

    Formen Sie Ihre Hände mal zu einem ‚Fernrohr‘ und schauen Sie hindurch. Wie viel von Ihrer Umgebung nehmen Sie wahr? Wenn Sie die Hände wieder runternehmen, sehen Sie mehr, oder? Und so funktioniert auch die Defokussierung. Wir erweitern dadurch unsere Wahrnehmung.

    Defokussierung als Resilienz-Prozess

    Es liegt in der menschlichen Natur, uns besonders auf Probleme zu fokussieren. Wenn wir es aus früh-neuzeitlichem Blickwinkel betrachten, macht das auch Sinn. Schließlich war es wichtiger, sich auf den Säbelzahntiger zu konzentrieren, statt zusätzlich auch die Blumen zu sehen, die er gerade auf seinem Weg platt tritt.

    Defokussieren macht den Blick weit.

    Ein sehr drastisches Beispiel in der heutigen Zeit, aber biologisch funktioniert es beim Menschen heute genauso. Wir sehen eher die Bedrohung, als alles drum herum. Das hat den Nachteil, dass wir uns auch sehr stark auf die negativen Empfindungen fokussieren. Das kann zu einer regelrechten Problemtrance führen.

    Defokussierung hilft dabei, nicht nur das Problem zu sehen, sondern auch mögliche Lösungen. Durch eine erweiterte Wahrnehmung bekommen wir eher kontakt zu unseren Fähigkeiten und Kompetenzen. Somit können wir resilient auf ein Problem reagieren und Stress reduzieren. Es handelt sich dabei um einen Prozess, der den inneren Schutzschild stärkt.

    Wie defokussiere ich?

    Wie funktioniert nun die Defokussierung? Zu defokussieren bedeutet nicht, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen. Vielmehr geht es darum, die Wahrnehmung zu erweitern. Am besten funktioniert das mit Fragen. Versuchen Sie einmal während Sie diesen Text hier lesen auf Folgendes zu achten:

    Wie sitzen Sie im Moment? Was brauchen Sie für eine bequeme, entspannte Haltung? Was hören Sie gerade?

    Unter Stress fällt es uns deutlich schwerer, uns auf diese Fragen zu konzentrieren. Doch auch Defokussierung kann, wie Resilienz allgemein, trainiert werden. Achten Sie auf Verallgemeinerungen wie „immer, nie, nur ich“ etc. Lenken Sie gezielt Ihren Fokus auch auf weitere Aspekte. „Wirklich immer? In welchen Situationen war es nicht so?“

    Durch das Fragen nach einem weiteren Aspekt lösen Sie sich von einem starken negativ-Fokus und können sich selbst in einen besseren, positiveren Zustand bringen. So sind Sie offener für Lösungen. Stärken Sie Ihre Resilienz durch eine breite Wahrnehmung, auch bei Problemen.