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    Defizite tauchen bei jedem Menschen auf. Schließlich ist keiner in absolut allen Hinsichten perfekt. Und das muss man auch gar nicht sein, wenn man lernt Defizite wertzuschätzen. Eine Grundlage der Resilienz ist ein achtsamer Umgang mit sich und anderen, wozu auch die Akzeptanz von möglichen Mängeln zählt.

    Eine defizitorientierte Gesellschaft

    Sehen Sie auch überall immer nur Fehler?

    Wir leben in einer defizitorientierten Gesellschaft. Besser gesagt, wir lernen schon als Kinder mehr auf Fehler zu achten, als auf das Richtige. Zum Beispiel stehen in der Schule unter einer Arbeit die Fehlerpunkte. Wir lernen unser Leben lang uns auf das Negative zu konzentrieren. Dadurch werden in Besprechungen auch mehr Fehler kommuniziert als Lob.

    Allerdings hat der Fokus auf Defizite im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeiung eine negative Wirkung. Am Straßenrand steht nur ein einziger Baum und Sie denken in Dauerschleife: „Nicht gegen den Baum fahren“. Liegt Ihre Konzentration dann auf Ihrem Weg nach Vorn oder auf Ihrem Hindernis?

    Fehler und Schwachstellen erkennen ist grundlegend, um diese auch zu verbessern. Dagegen ist es kontraproduktiv, sich nur auf sie zu konzentrieren.

    Defizite wertschätzen

    Wenn wir die eigenen Defizite oder auch die der anderen wertschätzen, ist das ein resilienter Umgang mit Fehlern. Denn der Fokus auf das Negative verursacht Stress. Wir sehen eher Probleme als Lösungen und bauen dadurch Druck auf. Im Gegensatz dazu bauen wir Stress ab und kommunizieren besser, wenn wir Verfehlungen wertschätzen.

    Vom Defizit zur Kompetenz

    Einer Ihrer Kollegen ist stur und will sich absolut nicht auf einen Kompromiss einlassen. Im Umgang haben Sie zwei Möglichkeiten: Erstens, Sie regen sich auf und reagieren mit Stress. Zweitens, Sie achten seine Haltung. Betrachten Sie es mal als „Standpunkt-Bewahrungs-Kompetenz“. Unter dem Strich wird der Kollege seine Meinung nicht ändern. Also ist es für Sie doch besser Stress durch einen wertschätzenden Umgang zu entgehen.

    Des Weiteren bietet dieser andere Blickwinkel die Möglichkeit offen für andere Haltungen zu sein. Die Fronten verhärten sich nicht. Anstatt Ihren Kollegen als sturen Esel abzustempeln, bleiben Sie offen für Kommunikation und können sich vielleicht auch in seine Position hineinversetzen.

    So eine neue Rahmung, im NLP auch „Refraiming“ genannt, funktioniert mit allen Defiziten. Zum Beispiel besitzen Schwarzmahler eben eine sehr ausgeprägte Horror-Szenario-Kompetenz. Oder vergessliche Menschen verfügen über eine Improvisations-Kompetenz.

    Resilienz stärken durch Kompetenzorientierung

    Sich an Defiziten zu orientieren löschen diese nicht aus. Gegebenenfalls verschlimmern sie sich durch den permanenten Fokus sogar. Resilienz ist die Fähigkeit sich selbst vor Stress zu schützen. Sie bewahren sich selbst und auch andere vor Stress, durch die Wertschätzung von Fehlern. Zudem hat die Kompetenz den schönen Nebeneffekt den Selbstwert zu steigern.

    Jeder macht Fehler. Darum ist es so wichtig, Fehler auch zu akzeptieren und sie als wertvollen Teil des Selbst zu betrachten. Resiliente Kommunikation baut darauf sich auch in den anderen hinein zu versetzen. Dementsprechend ist eine wertschätzende Haltung, auch den Defiziten gegenüber, eine sinnvolle Eigenschaft.

    Insbesondere in Führungspositionen ist der resiliente Umgang mit Defiziten wegweisend für Motivation, Mitarbeiterbindung und Produktivität. Wie wäre es also, wenn Sie sich und Ihren Mitmenschen ganz dreist einfach Kompetenzen unterstellen? Versuchen Sie es selbst und stellen Sie fest, was für Kompetenzen alles in Ihnen stecken, die Sie vorher nicht gesehen haben.