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    Betriebliches Gesundheitsmanagement und Resilienz

    Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Globalisierung, Digitalisierung und Fachkräftemangel gehören zu den Aufgaben, mit denen Unternehmen umgehen müssen. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist hierbei die Basis für eine leistungsstarke und gesunde Organisation. Mit anderen Worten: BGM stärkt die Resilienz.

    Wie gelingt es gesund zu arbeiten?

    Was bedeutet Betriebliches Gesundheitsmanagement?

    Die Gesundheit der Mitarbeiter bestimmt über den Erfolg eines Unternehmens. Die Belastungen für Körper und Geist haben sich mit der Arbeitswelt gewandelt. Statt physischer oder chemischer Belastung, treten Stress und psychische Belastungen in den Vordergrund.

    Die Folge daraus sind psychische Erkrankungen und damit verbundene Krankheitsausfälle. Zusätzlich sind psychische Belastungen einer der Hauptgründe für Frührente. Für Unternehmen bedeuten kranke Mitarbeiter einen Verlust an Produktivität. Daher gilt es, Gesundheit und nicht nur Sicherheit zu fördern.

    Betriebliches Gesundheitsmanagement ist hierfür ein wertvoller Ansatz. Das Ziel ist es, Belastungen aus Arbeit und Umfeld zu senken und dafür mehr betriebliche und individuelle Ressourcen für die Mitarbeiter zu schaffen. So halten Unternehmen ihre Angestellten gesund, leistungsstark und fördern die Zufriedenheit.

    Wie wird das Ziel erreicht?

    Einen Ruheraum, eine Salatwoche und schon ist der Betrieb gesund? So einfach funktioniert es nun leider nicht. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem Gesundheit strategisch und allgegenwärtig in den Arbeitsalltag einfließen soll.

    Ein gesundes Arbeitsumfeld wird so beispielsweise durch das Anbieten von Individuellen Maßnahmen zur Stressbewältigung erreicht. Das BGM ist dabei bedarfsorientiert und prüft wirtschaftliche Mittel und Wirksamkeit, um optimal angepasst für die vorhandenen Belastungen zu sein.

    Für Unternehmen, die ein angepasstes Gesundheitsmanagement etablieren wollen, ist es daher wichtig, die Anforderungen an die Angestellten zu kennen. So werden effektive Maßnahmen gegen zu starke Belastung ermöglicht.

    Anforderung der neuen Arbeitswelt

    Der Wandel von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft zeichnet sich deutlich ab. Schwer und lange schuften in stickigen Fabriken ist vorbei. Dafür verlagern sich die Anforderungen hin zum mentalen und kognitiven. Psychische Belastungen sind weniger sichtbar, allerdings genau so gesundheitsgefährdend.

    Globalisierung und Konkurrenzdruck

    Eine vernetzte Welt bedeutet auch, dass der Markt, auf dem das Unternehmen bestehen will, deutlich größer ist. Der meist daraus resultierende Stellenabbau sorgt für eine höhere Belastung beim einzelnen Mitarbeitenden. Höhere Arbeitslast, höhere Geschwindigkeit und größere Leistungserwartung sind Beispiele für den steigenden Druck. Noch dazu kommt der Konkurrenzkampf mit Menschen, die sich als belastbarer zeigen.

    Flexibilität

    Flexibel zu sein ist eigentlich eine Kompetenz, die im Leben zu mehr Zufriedenheit führt. Jedoch wirken die Forderungen nach Flexibilität im Arbeitsalltag anstrengend. Ständige Erreichbarkeit und ausgedehnte Arbeitszeiten sorgen dafür, dass die Grenze zwischen Arbeit und Erholung verschwimmt. So kann der Mensch kaum mehr abschalten und steht unter Dauerstrom.

    Multitasking und Ablenkung

    Steigendes Arbeitspensum und stetige Kommunikation sorgt für einen weiteren Faktor der Strapazierung. Ablenkungen durch Bitten wie „Kannst du nochmal kurz…“ unterbrechen Denkprozesse und schaden der Konzentration. Zudem geben sie das Gefühl, alles gleichzeitig erledigen zu müssen. Doch das kann unser Gehirn nicht leisten. Dennoch gehört es in vielen Berufen leider zur Denkweise im Arbeitsalltag.

    Betriebliches Gesundheitsmanagement gegen Stress und psychische Belastung

    Der Arbeitsplatz ist ein elementarer Teil unseres Lebens. Wir verbringen sehr viel Zeit auf der Arbeit, dementsprechend hat sie auch einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit und Zufriedenheit. Bei den oben genannten Faktoren handelt es sich um Stressoren, also Stressauslöser, die im schlimmsten Fall zum Burnout oder gar zum Tod (Karoshi) führen.

    Die Aufgabe des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist es, den Faktoren entgegen zu wirken und die Resilienz zu stärken. So kann der Betrieb dauerhaft Krankheit entgegenwirken.

    Vom Was zum Wie

    Das BGM ist zunächst Aufgabe der Führungskräfte. Bei ihnen liegt die Verantwortung, Maßnahmen gegen Stress und psychische Belastung zu planen, einzuleiten und zur Nutzung zu animieren. Zusätzlich kommen diese Maßnahmen aber auch den Führungskräften selbst zugute. Die Maßnahmen stärken somit die Resilienz der Mitarbeitenden sowie die der Führungskräfte.

    Wichtig für eine gelungene Umsetzung ist daher die Unterstützung der Führungsebene, die den Prozess begleiten, statt ihn über das Unternehmen ergehen zu lassen. Zudem ist es sinnvoll die Mitarbeitenden mit einzubeziehen, beispielsweise in einem Arbeitskreis. Dieser bespricht sich mit der Führungsebene und gestaltet das Angebot mit. Das trägt zu einer guten betrieblichen Kommunikation bei und stärkt die Selbstwirksamkeit der Mitarbeitenden.

    5 Stationen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements

    Ein angepasstes und wirksames BGM, das sich neben Sicherheit auch um psychische Gesundheit bemüht, durchläuft im Idealfall 5 Stationen.

    1. Ist-Zustand analysieren:

    Nach dem Klären der Verantwortlichkeit ist es wichtig, die aktuelle Situation des Betriebs zu analysieren. Achten Sie dabei auf eventuelle Missstände, gesundheitsgefährdende Faktoren und Einflüsse auf das Wohlbefinden.

    2. Ziel und Strategie festlegen:

    Formulieren Sie Ihr Ziel deutlich. Was genau soll das Betriebliche Gesundheitsmanagement erreichen? Achten Sie auf die Interessen der Mitarbeitenden und planen Sie sichtbare Teilerfolge ein.

    3. Maßnahmen planen:

    Kleineren bis mittelständischen Unternehmen kann es an personellen und wirtschaftlichen Ressourcen fehlen für geeignete Maßnahmen. Hierfür bieten sich Netzwerke mit anderen Unternehmen an, die ein gemeinsames Programm entwickeln. Oft werden Maßnahmen zu Stress, Ernährung, Sucht oder Mitarbeiterführung angeboten.

    4. Maßnahmen durchführen:

    Machen Sie auf die bestehenden Programme aufmerksam und sorgen Sie für eine leichte Zugänglichkeit. Hierfür bieten sich Resilienz Vorträge und Resilienz Trainings an. Zusätzlich unterstützt die Ausbildung zum Resilienz-Lotsen, sodass beispielsweise BGM-Beauftragte über mehr Ressourcen verfügen.

    5. Erfolg kontrollieren:

    Zum Schluss sollten die Maßnahmen auf Ihre Wirksamkeit überprüft werden. Gibt es Bedarf zur Optimierung? Sind Ziele erreicht worden? Etablieren Sie ein Kontrollsystem, das Schwachstellen und Erfolge deutlich macht.

    Resilienz im Unternehmen

    Um im Unternehmen langfristig Gesundheit zu fördern, ist ein angepasstes Betriebliches Gesundheitsmanagement wichtig. Das Fördern der Resilienz hilft den einzelnen Mitarbeitenden und stärkt so das Unternehmen von innen heraus. Krisen sind damit besser zu bewältigen und die Organisation bleibt stark für die Zukunft.