Bedürfnisse als Motivation

    Wir alle haben Bedürfnisse. Doch was sind sie eigentlich und wofür haben wir sie? Ganz allgemein kann man einen Bedarf als ein Mangel an etwas Bestimmten beschreiben. Dieser Mangel, sobald er uns denn auffällt, wird zur Motivation. Anders formuliert: Der Bedarf ist unser Antrieb im Leben.

    Zwei Arten von Bedürfnissen

    Bedürfnisse lassen sich aus physiologischer und aus psychologischer Sicht betrachten.
    1. Physiologische Sicht: Bedürfnisse verweisen auf einen körperlichen Mangel. Dazu zählen schlafen, trinken und essen.
    2. Psychologische Sicht: Bedürfnisse weisen auch auf seelische Mängel hin. Der Mensch sehnt sich nach Liebe, Schutz und Erfolg. Darunter fällt auch die Sehnsucht nach innerem Wohlbefinden, bei dem Resilienz eine tragende Rolle spielt. Wichtig hierbei ist, dass Emotionen meist ein Hinweis auf eben solch ein Bedürfnis sind. Mithilfe von Resilienz-Training lassen sich diese Art des Bedarfs leichter erkennen und schneller Lösungen zur Bedürfnisbefriedigung finden.

    Gibt es Grundbedürfnisse?

    Sicher haben Sie schon einmal von dem Begriff „Grundbedürfnis“ gehört. Allerdings ist dieser Begriff in der Psychologie umstritten. Außer Frage steht, dass es überlebenswichtige Bedürfnisse gibt. Hiermit sind meist die physiologischen gemeint, die dem körperlichen Wohlergehen dienen.

    Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow stellte hierzu ein Modell auf, das die Bedürfnisse nach „Dringlichkeit“ hierarchisiert.

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    Was schon die Beatles wussten…auch Liebe ist eine Grundbedürfnis. Wir alle wollen lieben und geliebt werden.

    In seinem Modell werden die körperlichen Bedürfnisse als grundlegend eingestuft. Darauf folgt das Verlangen nach Schutz und Sicherheit. Zu den Sozialbedürfnissen, wie Maslow es hier nennt, zählt vor allem der Wunsch nach Liebe und Zuneigung. Die Individualbedürfnisse sind im Kontext der Resilienz wichtig. Hiermit ist der Wunsch nach innerem Wohlbefinden und Schutz gegen Stress gemeint. Das letzte Bedürfnis ist das, der Selbstverwirklichung. Also die Auslebung des eigenen Selbst.

    Diese Hierarchie soll nicht zeigen, dass es wichtige und weniger wichtige Bedürfnisse gibt – im Gegenteil: alle Bedürfnisse sind hier gleich gewichtig. Doch die Psychologie hat herausgefunden, dass das Erkennen eines Mangels von der Bedürfnisbefriedigung eines vorherigen Bedürfnisses abhängt. Die Pyramide verdeutlicht also, in welcher Reihenfolge die Dringlichkeit eines Bedarfs festgelegt sei.

    Es gibt keine Bedürfnisse, die wichtiger als andere sind, daher ist der Begriff der Grundbedürfnisse irreführend. Es gibt nur welche, die sobald sie Auftauchen einen höheren oder einen niedrigeren Stellenwert einnehmen.

    Wofür brauchen wir Bedürfnisse?

    Der Bedarf nach etwas ist wichtigste Motivation die gegenwärtigen Zustände zu ändern. Wenn wir Hunger verspüren, also das Verlangen etwas zu essen, dann suchen wir uns Nahrung oder zumindest einen Weg an Nahrung zu gelangen. Das Bedürfnis nach Sicherheit motiviert, eine sichere Umgebung zu schaffen.

    Und genau so sollte es sein wenn wir uns mit Stress konfrontiert sehen. Wir suchen einen Weg, resilienter zu werden, weil wir das Bedürfnis nach seelischem Wohlbefinden haben. Der Bedarf ist also nicht nur ein überlebenswichtiger Hinweis auf einen Mangel – Sie sind auch der entscheidende Antrieb Zustände (zum Besseren) zu ändern.