Atmung als Verbindung von Körper und Seele

    Ein ebenso banaler, wie äußerst wirksamer Ratschlag: Atme doch einfach mal tief durch. Denn wie wir atmen hat einen großen Einfluss auf unseren Körper und dessen Reaktionen. Außerdem können wir Empfindungen durch unsere Atmung regulieren. Die Atmung verbindet also unseren Körper mit unsere Seele.

    Dabei ist atmen das natürlichste auf der Welt für uns. Schließlich tun wir das rund um die Uhr. Und gerade weil es für uns so selbstverständlich ist hilft es, sich seine Atmung hin und wieder sehr bewusst zu machen. Denn bestimmte Arten zu atmen haben einen gezielten Einfluss auf unseren Zustand. Anders herum kann uns die Atmung auch einiges über unseren Zustand verraten.

    Atmung aus psychotherapeutischer Sicht – Stress, Nervosität, Angst? – Atmen Sie tief durch!

    Die menschliche Atmung ist ein enorm feiner Messfühler. Schon kleinste Veränderungen des körperlichen oder geistigen Zustands zeigen sich anhand dessen. Zum Beispiel atmen wir flach wenn wir Angst haben und gehetzt wenn wir unter Stress stehen. Der Grund dahinter ist, dass die Atmung zum vegetativen Nervensystem gehört. Das bedeutet unsere Atemfrequenz ist mit unserer Herzschlagfrequenz verknüpft.

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    Atmen befreit uns auf einfache und schnelle Weise von Stress.

    Nehmen wir noch einmal das Beispiel Angst. Eine verlangsamte Atmung kann hier wie eine Erste-Hilfe wirken: Langsamer atmen verlangsamt den Herzschlag und führt so zu Entspannung.
    Außerdem kommt es auf die Art des Atmens an. Weit verbreitet ist die flache Brustatmung. Besonders wenn man dazu dann noch den Bauch einzieht (man könnte ja schlanker wirken). Diese Atmung entspricht allerdings nicht unserem Naturell. Das kann man deutlich bei Babys beobachten. Hier sieht man, wie sich beim Einatmen die Bauchdecke hebt und beim Ausatmen senkt.
    Wir verlernen also im Laufe unseres Lebens „richtig“ zu atmen. Denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Bauchatmung entspannender wirkt.

    Atemtechniken für den Alltag

    Besonders in der Meditation wird sich sehr stark auf das korrekte Atmen fokussiert. Im Yoga gibt es dafür sogar den Begriff „Pranayama“ – also die Zusammenführung von Körper und Geist durch Atemübungen. Doch auch ohne angeleiteten Yogakurs gibt es Möglichkeiten sich im Alltag durch die Atmung zu entspannen. Hier ein paar Tipps dazu:

    Tipp 1: Zählen sie beim Einatmen bis vier und beim Ausatmen bis sechs. Zum einen findet Entspannung beim Ausatmen statt, also hilft es dieses zu verlängern. Zum anderen trägt das innere Zählen dazu bei, mental abzuschalten und Stress zu lösen.

    Tipp 2: Legen Sie die Hände auf den Bauch und atmen Sie in dem Bauch hinein. Fühlen Sie den Atem unter die Bauchdecke strömen. Durch das Auflegen der Hände fokussieren Sie sich mehr auf sich und lenken sich von anderen Gedanken ab.

    Tipp 3: Atmen Sie bewusst durch die Nase. Nasenatmung entspannt, im Gegensatz zur Mundatmung. Durch die Konzentration auf die Nase stellt sich ein entspanntes und erfrischendes Gefühl ein.

    Und abschließend ein ganz allgemeiner Rat: Vergessen Sie die Pausen nicht. Vor allem unter Stress sehnt sich der Körper nach Entspannung. Setzen Sie also bewusst Pausen, in denen Sie auf Ihre Atmung achten und gönnen Sie sich einen Augenblick Ruhe.

    Stressbewältigung durch Atmen

    Es lässt sich also zusammenfassend sagen: Die Regulierung der Atmung ist ein einfacher Schritt zur Stressbewältigung. Daher ist das bewusste Atmen oder die One-Minute-Meditation Teil des Resilienz Trainings. Stress lässt sich zwar nicht einfach „wegatmen“, doch es kann enorm zur Entspannung beitragen.
    Durch bewusstes Atmen schaffen können Sie ihren Zustand regulieren und wieder auf Ressourcen zugreifen. Somit schaffen Sie eine gute Basis zur Stärkung Ihrer eigenen Resilienz.
    Denn wir atmen in jeder Minute unseres Lebens. Dann können wir die dahinter Steckende Wirkung auch gleich nutzen. Damit der Appell: Einfach mal durchatmen!